Die Arbeitsgruppe Geoinformationswirtschaft der Initiative D21 begrüßt die Transparenz, die durch den Versand des 4. Geo-Fortschrittsberichts der Bundesregierung zum Ausdruck gebracht wird. Aus Sicht der Initiative D21 wurden die im 3. Geo-Fortschrittsbericht definierten Ziele gut gewählt und es ist positiv, dass deren Umsetzung in weiten Teilen erfolgt ist oder künftig noch erfolgen wird. Die Definition einer nationalen Geoinformationsstrategie sowie die Änderung des Geodatenzugangsgesetztes waren wichtige Meilensteine, die in der Vergangenheit erreicht wurden.

Im Detail ergeben sich einige Diskussionspunkte und Ansätze, die künftig weiter zu diskutieren sind. Insbesondere erachten wir es als erfolgskritisch, auch eine ressort- und ebenenübergreifende Zusammenarbeit zu etablieren, um das Geoinformationswesen als einen Treiber der Wirtschaft und der digitalen Gesellschaft weiter zu etablieren. Die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Bundesressorts muss weiter intensiviert werden. Denn nur eine gemeinsame Nutzung von Daten verschiedener Ressorts, z.B. in der Kombination von Geobasis- und Geofachdaten ermöglicht es, einen echten Mehrwert aus Geoinforationen zu ziehen. Gleiches gilt für die Durchgängigkeit von Datenbeständen von der Bundes- über die Landes- bis hin zur kommunalen Ebene. Eine enge Verzahnung dieser Ebenen muss ein Fokus der Fortentwicklung des Geoinformationswesens sein.
Des Weiteren wird die gesteigerte Verfügbarkeit von großen Datenbeständen aus der Fernerkundung (Copernicus) positiv bewertet. Jedoch muss hier kritisch gesehen werden, dass derzeit eine Auswertung solcher Datenbestände für Wirtschaft, Bürger und Verwaltung nur schwer möglich ist, da sowohl die erforderliche Hardware als auch die erforderliche Technologie aus Seiten der Endanwender nicht handhabbar ist, um diese Big-Data-Bestände nutzbar zu machen. Hieraus ergibt sich eine weitere Herausforderung für zukünftige Applikationen.

Die Arbeitsgruppe Geoinformationswirtschaft bietet an, die Diskussionspunkte auch in Form eines Expertenaustausches im Detail zu diskutieren und bei der Ideenfindung für die künftige Aufgabenbewältigung als Partner der Digitalgesellschaft zur Seite zu stehen.

Die Stellungahme erfolgte auf Einladung des Bundesministeriums des Innern.