Die große Gesellschaftsstudie D21-Digital-Index bietet ein jährliches Lagebild zum Digitalisierungsgrad der Gesellschaft in Deutschland. Befragt werden rund 33.000 BundesbürgerInnen ab 14 Jahren inklusive der Offliner. Damit bildet der D21-Digital-Index die gesamte deutsche Bevölkerung ab.

In diesem Jahr wurde ein Schwerpunkt auf Digitalkompetenzen gelegt – auch mit dem Blick der Beschäftigungsfähigkeit der Deutschen. Weitere Themen, die wir im Zeitverlauf betrachten, sind Arbeit digital (u. a. Chancen und Hürden von Homeoffice, Stattfinden von Weiterbildungen zu digitalen Themen), Gerätenutzung, Zugang zum Internet, Vielfältigkeit der Nutzung und die Einstellung der Menschen zu digitalen Themen. Wie immer schlüsselt die Studie u. a. nach Altersgruppen und Geschlecht auf.

Zentrale Ergebnisse im Überblick

  • Deutschlands Bevölkerung weist weiterhin einen mittleren Digitalisierungsgrad auf, kann mit dem digitalen Wandel also gerade so Schritt halten.
  • Digitalkompetenzen sind insgesamt nur gering ausgeprägt, nehmen teils sogar ab.
  • Der leichte Aufwärtstrend der Internetnutzung der letzten Jahr setzt sich fort, hier legen vor allem die Generationen 50+ zu. Die jüngeren Generationen sind inzwischen nahezu vollständig online.
  • Das Internet wird zunehmend mobil genutzt, gerade Smartphones finden immer mehr Verbreitung und werden zum meist genutzten Endgerät in diesem Jahr.
  • Noch immer überwinden Berufstätige technische Schwierigkeiten und Kenntnisgrenzen autodidaktisch mit Ausprobieren, Fragen anderer und Nutzung kostenloser Online-Angebote.

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Portraits des Parteivorstands der SPD am 04.12.2011 in Berlin

„Der D21-Digital-Index ist ein bedeutender Indikator der Digitalisierung der Gesellschaft und eine bewährte Hilfe in unserer alltäglichen Arbeit im BMWi.“

Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Projektsteckbrief

Projektzeitraum
2013 – heute

Ansprechpartner
Sabrina Dietrich
+49 30 5268722 55
sabrina.dietrich@initiatived21.de

Lena-Sophie Müller
+49 30 5268722 52
lena-sophie.mueller@initiatived21.de

Förderer und Schirmherr
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Premiumpartner
Cornelsen Verlag GmbH
Fujitsu Technology Solutions GmbH
Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)
Microsoft Deutschland

Partner
Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat
CHG-Meridian
Deloitte
Deutsche Telekom AG
Ericsson GmbH

Unterstützer
Bertelsmann Stiftung
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V.
Capgemini Deutschland
Fiducia & GAD IT AG
Händlerbund e. V.
Intel
Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.
Ricoh Deutschland GmbH

Die digitale Gesellschaft: Grob lassen sich drei Gruppen ausmachen.
  • Digital Abseitsstehende
  • Digital Mithaltende
  • Digital Vorreitende
Grußwort Sigmar Gabriel

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Digitalisierung verändert in rasantem Tempo Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Da ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Die Studie D21-Digital-Index misst Jahr für Jahr, in welchem Umfang die Digitalisierung Deutschlands Bevölkerung erfasst. Zugang, Kompetenz, Offenheit sowie Nutzungsvielfalt der Bürgerinnen und Bürger bei der Nutzung digitaler Medien und des Internets werden dafür gemessen.

Auch der diesjährige D21-Digital-Index belegt die immer weiter fortschreitende Verbreitung digitaler Instrumente und Inhalte in der deutschen Gesellschaft. Begriffe wie Cloud, Cookies oder Big Data gehören für viele schon zur Umgangssprache. Immer mehr Deutsche nutzen das Internet auch mobil. Sie buchen Reisen online und nutzen Instant-Messaging-Dienste. Allerdings durchdringen nur wenige die neuen Technologien bis ins Detail. Lediglich eine Minderheit verfügt über Programmierkenntnisse und versteht die Technik, die hinter den immer leichter zu bedienenden Benutzeroberflächen liegt.

Die Studie zeigt auch, dass der Arbeitsmarkt eine Einarbeitung in immer komplexere Technologien erfordert. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten können dabei helfen, Schritt zu halten. Noch werden sie von den Arbeit­gebern allerdings nicht im erforderlichen Maße angeboten. Deshalb sind viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer darauf angewiesen, sich selbst neues Wissen und neue Fertigkeiten anzueignen. Die Bundesregierung muss darauf reagieren und Anreize setzen, damit mehr strukturierte Fortbildungsmaßnahmen angeboten werden.

Ein interessantes Ergebnis der Erhebung ist, dass die Zahl derjenigen steigt, die sich bewusst Zeit nehmen, offline zu sein. Das signalisiert nicht Skepsis, sondern im Gegenteil einen souveränen Umgang mit der Digitalisierung. Immer mehr Menschen entscheiden bewusst, ob sie online sein möchten oder nicht.

Der D21-Digital-Index gibt uns wichtige Hinweise darauf, in welchen Bereichen der Gesellschaft Maßnahmen der Bundesregierung bereits Früchte tragen, und auf welchen Feldern noch Handlungsbedarf besteht. Zu Beginn der jetzigen Legislaturperiode hat die Digitale Agenda der Bundesregierung 2014-2017 die Weichen für die digitale Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft gestellt. Im Frühjahr dieses Jahres haben wir in unserer Digitalen Strategie 2025 systematisch beschrieben, welche Handlungsfelder dabei zukünftig – auch über die jetzige Legislaturperiode hinaus – aus Sicht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zentral sind. Mit dem im September 2016 vorgestellten Aktionsprogramm Digitalisierung konkretisieren wir nun diese Strategie – mit Maßnahmen, die wir schon ergriffen haben, gerade in Angriff nehmen oder als wichtige nächste Schritte vorschlagen.

Ich freue mich, Ihnen den D21-Digital-Index 2016 vorstellen zu können. Er ist ein bedeutender Indikator der Digitalisierung der Gesellschaft und eine bewährte Hilfe in unserer alltäglichen Arbeit im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Ihr Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Portraits des Parteivorstands der SPD am 04.12.2011 in Berlin

Sigmar Gabriel
(Bundesminister)
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Vorwort D21

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist nun bald zehn Jahre her, dass das Smartphone seinen Siegeszug antrat und damit unseren Alltag revolutionierte. Das Smartphone ist auch der beste Beweis, dass Digitalisierung weder aufgezwungen noch aufhaltbar ist. Ein Großteil der Gesellschaft nutzt die ganze Welt des Wissens, den jederzeit möglichen Austausch mit Freunden und Verwandten und andere hilfreiche Anwendungen in Form eines Smartphones freiwillig, weil es so wunderbar nützlich ist. Dieses »Hosentaschen-Potenzial«, das nun auch durch am Körper tragbare Kleincomputer, sog. »Wearables«, ergänzt wird, zeigt aber auch, dass es mit der Digitalisierung immer schneller vorangeht und immer komplexer wird. Deshalb benötigt unsere Gesellschaft dringend Unterstützung, um digital kompetent zu werden.

Wir sehen zwei Zahnräder, die in Deutschland nun ineinandergreifen sollten: Die Generationen, die bereits im Berufsleben stehen, benötigen professionelle Unterstützung durch Aus- und Weiterbildung durch den Arbeitgeber. Der Berufsalltag ist bereits umfassend von der Digitalisierung betroffen; Arbeitende sind deshalb auch traditionell etwas fitter in Fragen rund um die Digitalisierung. Im Sonderkapitel zu Digitalkompetenzen zeigt sich aber, dass auch sie an Grenzen stoßen, ihre Kompetenzen zum Teil sehr kritisch einschätzen und den Dingen nicht auffallend offener entgegensehen, die durch die Digitalisierung bereits da sind und auch noch kommen werden. Sie benötigen in einem immer digitaler werdenden Arbeitsumfeld auch kompetente Unterstützung und Einweisung.

Das zweite Zahnrad ist die elementarste Institution, um unsere Gesellschaft fit für die bereits geschehenden Prozesse zu machen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen: Die Schulbildung. Durch die Schwerpunktsetzung von Digitaler Agenda 2016 und IT-Gipfel kommt in diesem Jahr neue Energie in das Thema digitale Bildung und wir hoffen, dass es dieses Mal auch zu handfesten Ergebnissen führt. Denn eine zeitgemäße Schulbildung ist das A und O für eine Gesellschaft, die nicht rückwärtsgewandt ist.

Unsere Kinder und Jugendlichen müssen die Möglichkeit bekommen, alle Facetten der Digitalisierung im geschützten Schulraum kennenlernen, ausprobieren und hinterfragen zu dürfen, um chancenorientiert, aber nicht unreflektiert den enormen Umwälzungen begegnen zu können. Gelingt uns das, kann die junge Generation zu Pfadfindern der digitalen Zeit werden und der Elternund Großelterngeneration hilfsbereit zur Seite stehen.

Dass wir uns als Gesellschaft auf einem mittleren Digitalisierungsniveau bewegen und immer nur gerade so mit den Entwicklungen mithalten, darf uns nicht zufriedenstellen. Vor allem nicht, wenn sich zeigt, dass viele Debatten durch Ängste und Ablehnung geleitet sind. Wir müssen sicheres Wissen aufbauen, um vor allem diffusen Ängsten entgegenwirken zu können. Digitale Logik zu verstehen und digitale Kompetenzen zu erwerben ist unverzichtbar, um sich sicher und selbstbestimmt in der digitalen Welt bewegen zu können.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.

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Hannes Schwaderer
(Präsident)
Initiative D21 e. V.

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Robert A. Wieland
(Vizepräsident)
Initiative D21 e. V.

Fujitsu

Mit der Digitalisierung sind Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) aus dem „Schattendasein“ für das Geschäft und die Wertschöpfung eines Unternehmens bzw. die Leistungserbringung öffentlicher Einrichtungen herausgetreten. IKT und deren intelligente Nutzung prägen, wie Organisationen funktionieren, welche Wertschöpfung sie erzielen, welchen Nutzen sie stiften. Die Digitalisierung ist eine grundlegende Veränderung, keine kosmetische Anpassung. Menschen begegnen in ihrem privaten und geschäftlichen Umfeld neuen Herausforderungen. Der Aufbau und die kontinuierliche Entwicklung digitaler Kompetenzen werden zu wesentlichen Erfolgsfaktoren für den Standort Deutschland. Der D21-Digital-Index ist hier ein wichtiger Gradmesser und Impulsgeber.

Andreas Kleinknecht
Mitglied der Geschäftsleitung Fujitsu Deutschland und Gesamtvorstand Initiative D21 e.V.

LfM

Fundierte Forschungsdaten, wie die des Digital-Index, sind Voraussetzung, um in adäquater Weise die zentrale Aufgabe der zielgruppenübergreifenden Förderung von digitalen Kompetenzen umzusetzen. Der Prozess der Digitalisierung kann nur dann gesamtgesellschaftlich erfolgreich verlaufen, wenn möglichst alle Bürgerinnen und Bürger die für diese Entwicklungen entsprechenden Kompetenzen erwerben können. Will man einer digitalen Spaltung unserer Gesellschaft entgegenwirken, müssen alle Bürgerinnen und Bürger mitgenommen, beim Kompetenzerwerb unterstützt und zu digitaler Selbstbestimmung befähigt werden. Dies ist eine Aufgabe aller mit Bildung, Information und Beratung befassten Akteure und Institutionen.

Dr. Jürgen Brautmeier
Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM)

Deloitte

Deutschland braucht Nachwuchstalente, die interdisziplinär denken, innovative Ideen entwickeln und selbstbestimmt handeln. Investitionen in digitale Bildung sollen das Verständnis neuer Technologien, analytische Fähigkeiten und Datenkompetenz fördern. Dieses Ziel geht über den Ausbau naturwissenschaftlicher und technischer Kompetenzen hinaus. Auch der kritische Umgang mit Technologien und Daten muss bereits in der Schule erlernt werden, um Fragen der Digitalisierung nicht nur aus Sicht der Technik, sondern auch des Menschen beantworten zu können.

Nicolai Andersen
Leiter Innovation, Deloitte

CHG-Meridian AG

Erfreulich ist: Der Digitalisierungsgrad der Gesellschaft steigt. Trotzdem bleibt insbesondere für die Unternehmen viel zu tun. Drei von vier Deutschen bringen sich ihre Digitalkompetenz weiterhin selbst und im privaten Bereich bei. Deshalb ist es entscheidend, dass Arbeitnehmer in Zukunft flächendeckend und über alle Berufsgruppen hinweg Zugang zu aktueller Technologie bekommen. Das war die Ausgangsidee des Mitarbeiter-PC-Programms MPP. Und das ist seit Jahren die Motivation von D21, dieses Programm zu unterstützen. Die neue Studie zeigt: Heute ist es wichtiger denn je.

Frank Kottmann
CHG-Meridian AG