Wir stehen vor der dritten Welle der Digitalisierung – unsere Umwelt wird immer vernetzter (Internet der Dinge) und immer mehr Abläufe werden in Zukunft automatisiert stattfinden (Algorithmen, Künstliche Intelligenz). Mit dieser Entwicklung einher gehen viele neue Möglichkeiten für unsere Gesellschaft, sei es durch Datenerfassung /-auswertung, durch automatisierte Prozesse, die Vernetzung bestimmter Informationen oder neuartiger Mensch-Maschine-Interaktionen. Diese Möglichkeiten gab es vorher in dieser Form nicht und somit stellt sich die Frage ihrer Bewertung. Denn: Viele dieser Möglichkeiten können zu Unsicherheit und Angst führen, wenn das Gefühl entsteht, dass sich das gewohnte Wertesystem verändert oder verschiebt. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, ethische Grundvorstellungen in die digitalisierte Welt zu übersetzen und somit durch sachliche und konstruktive Bewertung zur Orientierung beizutragen.

Diskutiert wird die Entwicklung aktuell vor allem im Bereich des autonomen Fahrens. Doch sie wird nicht auf diesen Bereich beschränkt bleiben, sondern sich z. B. auf den Gesundheits- und Pflegesektor, den Finanzmarkt, auch die Landwirtschaft und unseren gesamten Alltag ausbreiten. Ein breiter gesellschaftlicher Diskussions- und Meinungsbildungsprozess ist unseres Erachtens essentiell, um den Menschen und Entscheidungsträgern in unserem Land (Wirtschaft und Politik) eine differenzierte Bewertung der Perspektiven, Chancen und Risiken solch fundamentaler Veränderungen durch Digitalisierung zu ermöglichen. Diesen Prozess begleitet die Arbeitsgruppe Digitale Ethik – als Netzwerkknoten, Raum für Denkimpulse und gemeinsame Aktivitäten.

Das war die Agenda der Sitzung im Mai:

  • 10:00 – 10:15 Uhr | Willkommen
  • 10:15 – 11:00 Uhr | Nachlese der letzten Sitzung und Vorgehenskonzept, u. a. Vorstellung von Arbeitspapieren 
  • 11:00 – 12:30 Uhr | Denkimpuls Pflegebereich: Assistenzroboter in der Altenpflege. Das ist doch nicht menschlich! Oder gerade doch? 
    Martin Vesper, CEO von digitalSTROM, zeigte in einer Livedemonstration die Möglichkeiten des humanoiden Assistenzroboters Peppers, pflegebedürftige Menschen in Alltagssituationen in Pflegeeinrichtungen zu unterstützen. Er zeigte dabei auf, welche Vorteile dies mit sich bringen kann und auch, welche ethischen Fragen sich bei diesem Einsatz stellen können. Die Arbeitsgruppe diskutierte anhand dieses konkreten Falls ethische Fragestellungen für die zukünftige Pflege und konkretisierte den Denkimpuls.
  • 12:30 – 13:00 Uhr | gemeinsamer Mittagssnack, Networking und Austausch der Gruppe
  • 13:00 – 14:30 Uhr | Wer berät eigentlich die Bundesregierung in ethischen Fragen? Ein Gespräch mit Prof. Dr. Peter Dabrock, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates. 
    Der Deutsche Ethikrat verfolgt die ethischen, gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen, medizinischen und rechtlichen Fragen sowie die voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft, die sich im Zusammenhang mit der Forschung und den Entwicklungen insbesondere auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und ihrer Anwendung auf den Menschen ergeben. Prof. Dabrock gab einen Einblick in die Arbeitsweise des Ethikrates und erläuterte aktuell diskutierte Fragestellungen im Bereich Big Data und Gesundheit.

Die Teilnahme steht allen Mitgliedern und Förderern der Initiative D21 offen. Bei Interesse an einer zukünftigen Mitarbeit wenden Sie sich bitte an ethik@initiatived21.de.