Berlin/virtuell, 02. Dezember 2020. Das Jahr 2020 wird uns lange in Erinnerung bleiben. Selten wurden die Gesellschaft und der Zusammenhalt so auf die Probe gestellt wie in diesem. Die Digitalisierung hat sich dabei als wahre Stütze erwiesen und uns ein Stück Alltag in Pandemie-Zeiten ermöglicht. Insbesondere in der Bildung musste zur Eindämmung des Virus eine schnelle Lösung gefunden werden, um das Lernen und Lehren weiterhin zu gewährleisten – die Pandemie als Katalysator für die Digitalisierung im Bildungswesen. In der letzten Sitzung unserer AG Bildung in diesem denkwürdigen Jahr wollten wir daher wissen: Was haben wir 2020 gelernt und was braucht die digitale Bildung zukünftig?

Gemeinsam mit den drei Nachwuchspolitikern Pascal Redding (stellv. Bundesvorsitzender der Jungen Union), Jan Schiffer (Bundessprecher der Linksjugend) und Jens Teutrine (Bundesvorsitzender der Jungen Liberale) sowie mit dem angehenden Lehrer Paul Neumaier (Universität Bayreuth) und Jennifer Reker, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e. V. und gleichzeitig Mutter zweier Schulkinder, haben wir das Jahr Revue passieren lassen.

„Unterschiedliche Maßnahmen haben unterschiedliche Reaktionen auf das gleiche Problem hervorgerufen“

Die Podiumsdiskussion mit den TeilnehmerInnen machte deutlich: Die Fragen der sozialen Gerechtigkeit und gleicher Bildungschancen dominieren. Obwohl 2020, so Paul Redding, bildungspolitisch kein schlechtes Jahr gewesen sei, da viel angestoßen wurde, müssten die sozialen Folgen der Corona-Pandemie auf die Bildung aufgearbeitet werden. Wer wurde im Stich gelassen und abgehängt und warum? Können alle SchülerInnen und LehrerInnen von digitaler Bildung profitieren oder haben sich die Ungleichheiten zugespitzt?

Die Vermittlung von Digitalkompetenzen an Schulen und Universitäten spiele dabei eine große Rolle, sind sich die TeilnehmerInnen einig. Die große Chance der Digitalisierung, individuelle Bildung möglich zu machen, müsse genutzt werden, indem die Lehrpläne an Schulen und Universitäten um beispielsweise Programmieren, Coden und Medienkompetenz ergänzt werden. Jennifer Reker merkte außerdem an, dass die Gestaltung des digitalen Unterrichts stark von den Kompetenzen und dem Engagement der Lehrkräfte abhänge und es deswegen essenziell sei, auch sie in digitalen Anwendungen zu schulen und sicherer im Umgang mit diesen zu machen.

Die DiskussionsteilnehmerInnen thematisierten auch, dass der Digitalisierungsgrad der SchülerInnen, die technische Ausstattung und die Bereitschaft, sich mit digitalen Themen und Werkzeugen auseinanderzusetzen, noch zu stark vom Elternhaus abhänge. Dabei war die Quintessenz: Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, gute und gerechte Bildung zu erhalten, unabhängig vom Familien- oder Sozialstand.

Mit einem Ausblick und der Frage nach den wichtigen Aufgaben in Bezug auf digitale Bildung im Jahr 2021, setzten die TeilnehmerInnen unterschiedliche Schwerpunkte: Von der digitalen Infrastruktur, wie z.B. digitalen Endgeräte und Clouds, bis hin zu der Bereitstellung geeigneter Lernumgebungen als Grundvoraussetzungen für digitalen Unterricht.

Themenauswahl für die Arbeitsgruppe im Jahr 2021

Nach der spannenden und aufschlussreichen Podiumsdiskussion mit unterschiedlichen Perspektiven und Meinungen zur Zukunft der digitalen Bildung wurden die TeilnehmerInnen der AG-Sitzung in kleine Gruppen aufgeteilt, um für die Arbeitsgruppe Bildung im Jahr 2021 die wichtigsten Themen und Impulse zu identifizieren. Diese Themen werden zur Planung des nächsten Jahres – auch in Abstimmung mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe – herangezogen. Die nächste Sitzung der AG Bildung findet im ersten Quartal 2021 statt.

ANSPRECHPARTNER/INNEN

Co-Leiterin

Romy Stühmeier,
Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e. V.

Co-Leiter

Björn Stecher,
1000Elephants