Digitale Inklusion und Wohnen: Eine Frage der Würde und Notwendigkeit
Interview mit Dr. Emma Stone zum Thema „Herausfordernde Wohnsituationen“ in der Studie Digital Skills Gap 2025
Die Wohnsituation ist oft nicht der erste Aspekt, der einem beim Thema digitale Ausgrenzung in den Sinn kommt. Wie würden Sie den Zusammenhang zwischen dem Wohnort einer Person und ihrer Fähigkeit, digitale Technologien zu nutzen oder darauf zuzugreifen, erklären? Und warum ist Wohnen ein so wichtiger Baustein im Puzzle der digitalen Integration?
Digitale Integration bedeutet, aktiv an der digitalen Gesellschaft teilhaben zu können – die Möglichkeiten sicher und selbstbewusst zu nutzen. Auf der grundlegendsten Ebene umfasst das einen angemessenen, zugänglichen und bezahlbaren Internetzugang, ein geeignetes Endgerät sowie eine stabile, zuverlässige Verbindung. All das hängt davon ab, wo man lebt und wie die persönlichen Lebensumstände aussehen – etwa mit wem man zusammenwohnt, wie stabil die eigene Wohnsituation ist und wie viel Geld zum Leben zur Verfügung steht. Wohnort, Wohnform, Miet- oder Eigentumsverhältnis und Haushaltszusammensetzung beeinflussen maßgeblich, wie einfach und erschwinglich es ist, einen Internetanschluss zu bekommen, der den heutigen Anforderungen entspricht.
Doch der Zusammenhang zwischen Wohnen und digitaler Ausgrenzung reicht noch weiter: Digitale Benachteiligung kann bestehende Wohnungsungleichheiten zusätzlich verschärfen. Im Vereinigten Königreich werden heute die meisten öffentlichen und kommerziellen Dienstleistungen primär digital angeboten. Ohne Internetzugang lassen sich viele Informationen nicht finden, und notwendige Unterstützung bleibt unerreichbar. Auch die Wohnungssuche ist zunehmend davon abhängig, digital vernetzt und kompetent zu sein.
Deshalb ist „Wohnen“ das zweite Element in Kat Dixons brillantem „Periodensystem der Internet-Elemente“ – einer anschaulichen Darstellung der Bedeutung digitaler Integration in allen Lebensbereichen, insbesondere für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Kat Dixons Liste für den Bereich Wohnen umfasst unter anderem: den Antrag auf eine Sozialwohnung, die Kontaktaufnahme mit einer Wohnungsbaugesellschaft, Wohnungssuche, Hypothekenverwaltung, Wartungsanfragen sowie die Abwicklung von Rechnungen und Gemeindesteuern. Und vermutlich ließe sich diese Liste noch deutlich erweitern.
Ihre Arbeit bezieht sich auf das Konzept des „Minimum Digital Living Standard“ (MDLS). Könnten Sie dieses Konzept kurz erläutern?
Sehr gern! Der MDLS ist eine Antwort auf die Frage: „Was brauchen Menschen, um sich digital eingebunden zu fühlen und an der Welt um sie herum teilzuhaben?“ Es ist ein hervorragendes Konzept, um über digitale Inklusion nachzudenken, denn:
- Es wurde von und mit Mitgliedern der Öffentlichkeit entwickelt – also bottom-up statt top-down.
- Es betrachtet Haushalte, nicht Einzelpersonen, und geht auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Haushaltstypen ein – ob im erwerbsfähigen Alter, im Ruhestand, mit oder ohne Kinder.
- Es ist ganzheitlich: Neben Internetzugang und Geräten umfasst es auch das Wissen und die Fähigkeiten, die ein Haushalt benötigt, um auf einem grundlegenden, aber würdevollen und sozial teilhabenden Niveau an der digitalen Gesellschaft mitzuwirken.
Die von der Öffentlichkeit mitentwickelte MDLS-Definition lautet: „Ein digitaler Mindestlebensstandard umfasst einen zugänglichen Internetanschluss, eine angemessene Ausstattung sowie die Fähigkeiten und Kenntnisse, die Menschen benötigen. Er bedeutet, sicher und selbstbewusst kommunizieren, sich vernetzen und Chancen nutzen zu können.“
In einer Reihe von beratenden Fokusgruppen erarbeiten Bürger*innen Schritt für Schritt, was ein Haushalt braucht, um diesen Standard zu erreichen. Dabei geht es nicht nur um Produkte und Dienstleistungen, sondern auch um Fähigkeiten und Wissen – einschließlich kritischen Denkens, das für digitale Sicherheit, Bürger*innenbeteiligung und Wohlbefinden entscheidend ist.
Wenig überraschend tauchen dabei immer wieder Fragen zur Wohnlage, zum Wohnungstyp und zu den Wohnumständen als Hindernisse auf. Die Konnektivität – also Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit, Netzabdeckung und Störanfälligkeit – ist ein zentrales Problem, vor allem für Menschen in ländlichen und abgelegenen Regionen. Sie müssen häufig auf „Notlösungen“ zurückgreifen oder in zusätzliche Ausrüstung und höhere Kosten investieren, um die nötige Qualität und Zuverlässigkeit beim Internetzugang zu erreichen. Doch auch in städtischen Gebieten gibt es Herausforderungen bei Geschwindigkeit, Stabilität und Ausfällen – oft abhängig von der Art der Wohnung, den Vermieter*innenn und den jeweiligen Dienstanbietern.
Mit welchen alltäglichen Herausforderungen sind Menschen konfrontiert, die digital ausgegrenzt sind – insbesondere, wenn eine unsichere Wohnsituation oder Fragen der Bezahlbarkeit hinzukommen? Wie wirken sich herausfordernde Wohnsituation oder Überbelegung des Wohnraums auf die Fähigkeit einer Person aus, regelmäßig online zu gehen oder grundlegende digitale Fähigkeiten zu entwickeln?
In der MDLS-Studie 2024 über Haushalte mit Kindern schilderte ein Elternteil seine Erfahrungen während des Asylverfahren und des Lebens in einer Notunterkunft. Ohne Breitbandanschluss zu Hause war die Familie auf ein monatliches mobiles Datenpaket von 20 GB angewiesen – bei weitem nicht ausreichend, um alle Internetbedürfnisse abzudecken. Regelmäßig mussten die Familienmitglieder deshalb auf die örtliche Bibliothek ausweichen, um das Internet zu nutzen. Dieses Beispiel verdeutlicht einen weiteren Aspekt des Zusammenhang zwischen Wohnen und digitaler Integration: den hohen Stellenwert von Privatsphäre, Platz und zuverlässigem, erschwinglichem Internets für die digitale Teilhabe.
Zahlreiche Studien zeigen mittlerweile, dass Einzelpersonen und Familien in bestimmten Wohnsituationen – vor allem in Notunterkünften – mit besonderen Hürden konfrontiert sind. In diesen provisorischen Unterkünften gibt es oft keinen festen Breitbandanschluss, und die Bewohner*innen dürfen auch nur selten selbst einen installieren. Hinzu kommt, dass die Kosten dafür in solchen Situationen unerschwinglich sein können. Wer keine feste Adresse hat, kann zudem keinen erschwinglichen Vertrag abschließen und bleibt damit auch von vergünstigten „Sozialtarifen“ ausgeschlossen – selbst dann, wenn die Anspruchsvoraussetzungen über staatliche Leistungen eigentlich erfüllt wären.
Wenn Einzelpersonen und Familien ausschließlich auf Mobilfunkdaten angewiesen sind, weil sie zu Hause keinen Zugang zu einem Festnetz-Breitbandanschluss haben, führt das nicht nur zu höheren Kosten. Auch Qualität und Zuverlässigkeit der Verbindung sind eingeschränkt – abhängig von den jeweiligen Netzen und Betreibern vor Ort.
Dabei ist digitaler Zugang heute entscheidend, um die eigene Wohnsituation zu organisieren: Miete bezahlen, sich als obdachlos melden oder den Platz auf einer Warteliste für Sozialwohnungen online überprüfen. Gleichzeitig wirkt digitale Ausgrenzung weit über den Bereich Wohnen hinaus: Sie erhöht das Risiko sozialer Isolation, verstärkt Benachteiligung und schränkt Lern- und Verdienstmöglichkeiten ebenso ein wie den Zugang zu Gesundheitsversorgung oder Unterstützungsangeboten.
Denken Sie einmal darüber nach, was es bedeutet, wenn Sie nur an einem öffentlichen Ort oder in einem Gemeinschaftsraum in einer Gemeinschaftsunterkunft oder in einer überfüllten Wohnung auf das Internet zugreifen können. Denken Sie an die Privatsphäre, die Sicherheit und den Schutz, den Menschen benötigen, die sich möglicherweise in einer Krise befinden, vor Gewalt fliehen oder mit einer stigmatisierten Krankheit leben. Denken Sie an die verpassten Chancen für Erwachsene und Kinder, wenn der Internetzugang nur sporadisch zur Verfügung steht, und wie sich dies auf die Möglichkeiten auswirkt, in Kontakt zu bleiben (auch in Notfällen) und sich auf dem Laufenden zu halten. Angesichts der rasanten Ausbreitung von KI und digitalen Technologien, die mittlerweile tief in öffentliche wie kommerzielle Dienstleistungen sowie in kulturelle, soziale, wirtschaftliche, gemeinschaftliche und demokratische Lebensbereiche eingebettet sind, kann man sich angesichts des Tempos des Wandels leicht überfordert fühlen, das Vertrauen verlieren, seine Fähigkeiten einbüßen und zurückbleiben.
Digitale Ausgrenzung überschneidet sich oft mit umfassenderen Formen der sozialen Ungleichheit. Inwiefern verstärken Aspekte wie Armut, Bildungsdefizite oder Alter die Auswirkungen der digitalen Ausgrenzung im Zusammenhang mit dem Wohnen? Gibt es bestimmte Gruppen, die stärker gefährdet sind als andere?
BASIS: Online-Bevölkerung ab 14 Jahren (n = 7.078); Angaben in Index-Punkten von 0 bis 100
Über diese Frage freue ich mich sehr! Wenn wir über digitale Ausgrenzung sprechen, geht es fast immer auch um Intersektionalität. Forschungsergebnisse, Erfahrungsberichte von Betroffenen sowie Erkenntnisse aus zivilgesellschaftlichen oder sozialen Organisationen und von Dienstleistern, die mit ganz unterschiedlichen Zielgruppen arbeiten, machen deutlich: Digitale Ausgrenzung ist eng mit anderen Formen sozialer Ungleichheit verflochten – und Wohnen ist dabei nur ein Aspekt.
Wir wissen, dass Armut – also ein geringes Einkommen – über alle Altersgruppen hinweg der stärkste Prädiktor für digitale Ausgrenzung ist. Die Zahl der Menschen, die von „Datenarmut“ und „Gerätearmut“ betroffen sind, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen – nicht zuletzt aufgrund der höheren Lebenshaltungskosten. Die MDLS-Erhebung 2024 über Haushalte mit Kindern zeigt einen engen Zusammenhang zwischen kinderarmutsrelevanten Faktoren und dem Unterschreiten der MDLS-Benchmark – etwa bei Alleinerziehenden oder Familien in stark benachteiligten Gebieten. Häufig überschneiden sich zudem Behinderungen und chronische Gesundheitsprobleme mit herausfordernder Wohnsituation, finanziellen Belastungen und digitaler Ausgrenzung.
Letztes Jahr haben wir gemeinsam mit einer anderen gemeinnützigen Organisation, die sich mit dem Problem der großen Armut befasst, eine wichtige Studie in Auftrag gegeben. Gemeinsam wollten wir herausfinden, ob und wie digitale Ausgrenzung Menschen tiefer in die Armut drängt oder sie darin gefangen hält. Die Daten sind eindeutig: Wer digital ausgeschlossen ist, trägt ein hohes Risiko, in Krisenzeiten keine notwendige finanzielle Unterstützung zu erhalten – und dadurch noch weiter in die Armut abzurutschen oder dort dauerhaft festzustecken. Denn viele der heutigen Wege aus extremer Armut verlaufen zuerst über digitale Kanäle.
Das überrascht wahrscheinlich niemanden, der sich mit dem Thema befasst. Was mich jedoch frustriert, ist, dass digitale Inklusion nach wie vor nicht die nötige Anerkennung und Ressourcen erhält – sei es im Wohnungswesen, im Gesundheitswesen oder in Bildungseinrichtungen und am Arbeitsplatz. Digitale Barrieren verstärken bestehende Ungleichheiten zusätzlich. Unsere Arbeit zur Reduzierung der Risiken der digitalen Ausgrenzung im Gesundheitswesen ist ein deutlicher Beleg dafür.
Die eigentliche Herausforderung besteht darin, dass digitale Ausgrenzung ein Querschnittsthema ist – und viel zu viele Organisationen die Verantwortung dafür auf andere abwälzen. Häufig bleibt es an Freund*innen, Familienangehörigen sowie kleinen Gemeinschafts- und Freiwilligenorganisationen hängen, digitale Barrieren zu erkennen und darauf zu reagieren – genau bei jenen, die am unmittelbarsten mit digital ausgegrenzten Menschen in Kontakt stehen.
Welche politischen Maßnahmen würden Sie angesichts der Komplexität dieses Themas empfehlen, um digitale Ausgrenzung aufgrund wohnungsbezogener Barrieren zu verringern?
Es gibt gute Nachrichten: Politisch hat sich im Vereinigten Königreich in den vergangenen Jahren einiges bewegt. Seit Jahren setzen wir uns dafür ein, dass die britische Regierung die digitale Inklusion zu einer Regierungspriorität macht. Das ist nun geschehen: Im Februar veröffentlichte die Regierung ihren „Digital Inclusion Action Plan: First Steps”. Ein wichtiges politisches Signal war, dass das Dokument von fünf Staatssekretär*innen unterzeichnet wurde, darunter auch von der stellvertretenden Premierministerin Angela Rayner MP, in deren Zuständigkeit Wohnen und Gemeinden fallen.
Dies ist ein starkes politisches Signal, doch wir machen uns keine Illusionen darüber, was das in der Praxis bedeutet. Deshalb üben wir weiterhin politischen Druck aus, um digitale Inklusion fest in allen Politikfeldern zu verankern. Unsere fünf zentralen Forderungen lauten (in Kürze):
- Mit Visionen führen: Eine mutige Vision für ein digital integriertes Großbritannien im Zeitalter der KI entwickeln – mit verpflichtenden „Digital Inclusion Impact Assessments“ in allen Ressorts.
- Öffentliche Dienste für alle nutzbar machen: Ein Pilotprojekt für inklusivere öffentliche Dienste starten, das digitale Integration und Unterstützung beim Zugang zu Online-Diensten umfasst.
- Schluss mit der Postleitzahlen-Lotterie: Lokale Unterschiede bei der Bereitstellung von Unterstützungsangeboten verringern.
- Große Momente für große Wirkung nutzen: Digitale Inklusion systematisch in größere Transformationen – etwa die Einführung von Streamingfernsehen – einbinden.
- Innovative Finanzierung der digitalen Integration: Förderung des Systemwandels durch innovative Finanzierung.
Außerdem fordern wir, digitale Inklusion auch in die Wohnungspolitik einzubetten – auf nationaler, dezentraler und lokaler Ebene. Besonders dort, wo Maßnahmen direkt Menschen betreffen, die am stärksten von digitaler Ausgrenzung bedroht sind, ist das wichtig:
- Wir brauchen klarere Zuständigkeiten für die Befriedigung digitaler Bedürfnisse als Teil der Pflichten der lokalen Behörden zur Bereitstellung von Notunterkünften für Menschen mit dringenden Wohnungsnotfällen.
- Wir brauchen klarere Zuständigkeiten für die Erfüllung digitaler Bedürfnisse im Rahmen der vom Innenministerium finanzierten Angebote für Menschen, die im Vereinigten Königreich Zuflucht suchen und das Asylsystem durchlaufen.
- Wir brauchen klarere Zuständigkeiten für die Deckung des digitalen Bedarfs von Menschen, die vor häuslicher Gewalt fliehen, in Notunterkünften schlafen, von Obdachlosigkeit betroffen sind oder nach der Betreuung aus dem System verschwinden – Menschen, für die ein Smartphone, Datenzugang und digitale Kompetenzen eine Rettungsleine sein können. Buchstäblich ein Rettungsanker.
Darüber hinaus benötigen wir eine Politik, die es auch Dienstleistern erleichtert, ihren Beitrag zu leisten. Besonders beeindruckt hat mich ein bahnbrechendes Pilotprojekt für den sozialen Wohnungsbau, eine Zusammenarbeit zwischen der Greater Manchester Combined Authority, fünf Anbietern von Sozialwohnungen, fünf Internetdienstleistern und der Universität Liverpool. Ziel war es, ein nachhaltiges Modell für digitale Integration im sozialen Wohnungsbau zu schaffen und in enger Abstimmung mit dem Markt die besten Rahmenbedingungen dafür zu identifizieren. Das Projekt machte deutlich, wie herausfordernd diese Aufgabe selbst dann ist, wenn die richtigen Partner beteiligt sind. Ein greifbares Ergebnis war jedoch die Entwicklung einer standardisierten Vereinbarung zur Massenfreigabe und zu technischen Spezifikationen. Diese reduziert den Verwaltungsaufwand und die Kosten sowohl für den Markt als auch für Anbieter von Sozialwohnungen – und stellt damit einen wichtigen Baustein für eine breitere Umsetzung dar.
Veränderungen sind schwierig. Ich war enttäuscht, als vor kurzem ein Änderungsantrag zum Gesetz über die Rechte von Mieter*innen nicht angenommen wurde. Der Änderungsantrag hätte den Mieter*innenn im privaten Mietsektor das Recht eingeräumt, einen Glasfaseranschluss zu beantragen – eine Anschlussmöglichkeit, die den heutigen Anforderungen entspricht. Auch wenn der Antrag abgelehnt wurde, ist das Thema nun zumindest für künftige Gesetzesinitiativen auf der Agenda. Das zeigt, dass es bereits eine gewisse Unterstützung für gesetzliche Regelungen gibt, die Vermieter*innen verpflichten würden, den Bedarf an digitalem Zugang zu decken – eine Empfehlung, die auch wir in unserem jüngsten Bericht zur Bekämpfung der Datenarmut ausgesprochen haben.
Gibt es weitere Initiativen oder Fallstudien – vielleicht aus der Arbeit der Good Things Foundation –, die dieses Problem erfolgreich angegangen sind? Welche Faktoren haben sie erfolgreich gemacht?
Das ist meine Lieblingsfrage, denn hier geht es um das, was wir tun können, um wirklich etwas zu verändern. Und die gute Nachricht ist: Wir können eine ganze Menge tun – und vieles davon tun wir bereits, mit spürbaren Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Manche dieser Maßnahmen laufen noch im kleinen Rahmen oder sind schwer umzusetzen und dauerhaft aufrechtzuerhalten, aber die Saat für Veränderung ist definitiv gelegt.
Die Organisation, für die ich arbeite – die Good Things Foundation – stellt gemeinnützigen und ehrenamtlichen Initiativen sowie anderen lokalen Dienstleistern kostenlose Ressourcen zur Verfügung, die ihnen helfen, digitale Barrieren für die Menschen abzubauen, die sie betreuen und unterstützen. Dazu gehören auch Organisationen, die Menschen in schwierigen Wohnsituationen begleiten: Asylsuchende in verstreuten Unterkünften, Menschen, die vor häuslicher Gewalt fliehen, oder Menschen, die in Notunterkünften leben, während sie wochen- oder gar monatelang auf einen geeigneten Platz in einer Sozialwohnung warten.
Die bereitgestellten Ressourcen umfassen Geräte, Daten und Kompetenzen – allesamt unverzichtbar für digitale Integration. Ein Beispiel ist Learn My Way, eine Lernplattform, die grundlegende Fähigkeiten vermittelt, die man benötigt, um alltägliche Online-Aufgaben zu erledigen und sich sicher im Netz zu bewegen. Sie wurde speziell für Bibliotheken und andere kommunale Einrichtungen entwickelt und kürzlich um Inhalte zu KI-Grundlagen und Medienkompetenz erweitert. Ein weiteres Beispiel ist die National Device Bank, die ausgemusterte, aber hochwertige Geräte von Organisationen sammelt, aufbereitet und an Menschen weitergibt, die sich kein eigenes Gerät leisten können. Und schließlich gibt es die National Databank, die national wie international für ihren innovativen Ansatz anerkannt ist: Erwachsene, die von Datenarmut betroffen sind, erhalten darüber bis zu zwölf Monate lang kostenlose mobile Daten. In Zusammenarbeit von Industrie und Wohlfahrtsverbänden wurden bis Juni 2025 über 266.000 Datenpakete über mehr als 3.600 lokale Databanks verteilt.
Eine besonders spannende Entwicklung des vergangenen Jahres war die Zusammenarbeit von Innovatoren zur besseren digitalen Integration von Menschen in Notunterkünften. Die gemeinnützige Organisation Jangala, die weltweit digitale Zugangsbarrieren abbaut, leitete im Vereinigten Königreich ein Pilotprojekt gemeinsam mit Virgin Media O2, dem Programm #CovConnects des Stadtrats von Coventry sowie der Good Things Foundation. Getestet wurde eine neue Form des Internetzugangs für Menschen in Notunterkünften. Über lokale Wohlfahrtsverbände, NHS-Dienste und Wohnungsbaugesellschaften wurden dabei mehr als 400 Menschen mit dem Jangala Get Box-Kit und kostenlosen mobilen Daten der National Databank online gebracht. Als größte Herausforderung stellte sich die begrenzte Datenmenge heraus: Eine SIM-Karte in einer Get Box unterstützt zwischen einer und bis zu 20 Personen (nicht alle gleichzeitig). Wo unbegrenzte mobile Daten-SIMs verfügbar waren, zeigte sich ein deutlich größerer sozialer Nutzen.
Eine weitere interessante Entwicklung ist eine neue Kampagne, die in London anläuft, wo es seit langem große Probleme mit temporären Unterkünften gibt. Sie wird von Trust for London im Rahmen der Initiative Better Temporary Accommodation gefördert. Die Kampagne erkennt an, dass Internetzugang zu den Grundbedürfnissen gehört, die jedes Kind und jeder Erwachsene in einer temporären Unterkunft haben sollte. Sie macht deutlich, dass jede Notunterkunft Familien die Möglichkeit geben sollte, zu kochen, sich zu vernetzen, sich zu waschen, ihre Dinge sicher aufzubewahren – und Zugang zu Informationen zu erhalten. Für mich ist dies ein großartiges Beispiel einer Gemeinschaftskampagne, die direkt auf den Erfahrungen von Menschen in Notunterkünften basiert. Sie zeigt digitale Integration nicht als Zusatz, sondern als selbstverständlichen Bestandteil dessen, was Familien in schwierigen Wohnlagen brauchen.
In früheren Untersuchungen haben wir das so genannte „Innovativeness–Needs-Paradox“ festgestellt, bei dem diejenigen, die am meisten von digitalen Innovationen profitieren könnten, oft am wenigsten in der Lage sind, sie zu nutzen. Wie können wir sicherstellen, dass die Technologie so konzipiert und bereitgestellt wird, dass sie Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt?
Das wird nicht gelingen, solange Menschen in schwierigen Lebenssituationen nicht in die Gestaltung und Bewertung der Unterstützung einbezogen werden – ganz gleich, ob die Unterstützung online oder persönlich erfolgt. Das Prinzip bleibt das gleiche.
Wir haben diesen Ansatz kürzlich in einer Bestandsaufnahme von Innovationen und Lösungen zur Bekämpfung der Datenarmut angewendet. Gemeinsam mit unserem Partner Nominet haben wir 2022 das Data Poverty Lab ins Leben gerufen. Im ersten Jahr arbeiteten wir dabei mit dem APLE Collective, einem Basisnetzwerk von Menschen mit Armutserfahrungen, zusammen. Gemeinsam entwickelten wir einen Rahmen dafür, wie eine gute Lösung gegen Datenarmut aussehen muss – also für Menschen, die sich weder mobile Daten noch einen Breitbandanschluss leisten können. Der Rahmen konzentriert sich auf das, was den Betroffenen wirklich wichtig ist. Denn es ist nur allzu leicht, Lösungen zu schaffen, die am Ende nicht genutzt werden, nicht hilfreich sind oder keine Wirkung entfalten, weil sie an einem oder mehreren entscheidenden Punkten scheitern. Man nennt dies den CHESS-Rahmen.
- Cheap (billig) – Ist die Lösung wirklich erschwinglich, nicht nur am Anfang, sondern auch langfristig?
- Handy (praktisch) – Ist es leicht, Informationen darüber zu bekommen? Lässt sich die Lösung einfach beantragen und ist sie zugänglich?
- Enough (ausreichend) – Erfüllt sie meine wesentlichen Online-Bedürfnisse? Ist sie schnell genug? Gibt es genügend Datenvolumen?
- Safe (sicher) – Ist meine Privatsphäre geschützt, und bin ich keinem höheren Risiko von Online-Schäden ausgesetzt?
- Suitable (geeignet) – Passt sie zu meinen Lebensumständen, auch wenn sich diese ändern? Fühle ich mich dadurch stigmatisiert oder in meinem Stolz verletzt?
In unserem jüngsten Bericht über das Data Poverty Lab haben wir den CHESS-Rahmen genutzt, um vier Gruppen innovativer Lösungen gegen Datenarmut zu bewerten – darunter vergünstigte Sozialtarife (die von einigen Internet- und Mobilfunkanbietern freiwillig angeboten werden), die National Databank sowie Jangala. Diese Analyse half uns zu erkennen, wie die Innovationen verbessert werden können, um nachhaltiger zu sein, größere Verbreitung zu finden und betroffenen Menschen einen noch größeren Nutzen zu bringen.
Wir haben auch das Three Horizons Thinking Framework von Bill Sharpe angewandt – ein Ansatz, den ich sehr empfehlen kann. Dieses Modell beginnt mit einer Bestandsaufnahme der Gegenwart (Business as usual), geht dann über zur Definition einer wünscheswerten Zukunft und erkundet schließlich das Potenzial bahnbrechender Innovationen, um diese Zukunft zu gestalten. Wir haben den Rahmen genutzt, um bestehende Lösungen gegen Datenarmut zu bewerten, nach schrittweisen Veränderungen zu suchen, die ihre Wirkung verstärken können, und schließlich weiter in die Zukunft zu blicken – hin zu radikaleren Veränderungen, die uns der Überwindung der Datenarmut näherbringen und zu einer Gesellschaft und einem Internet führen, wie wir sie uns wünschen.
Welche Rolle sollten Internetanbieter und Technologieunternehmen bei der Überbrückung der digitalen Kluft für diejenigen spielen, die von wohnungsbedingter Ausgrenzung betroffen sind? Wie können sie in ihren Ansätzen integrativer werden?
Es mag überraschen, aber die Internetanbieter im Vereinigten Königreich unterstützen und beteiligen sich bereits an einigen der positiven Innovationen, die wir gesehen haben. Die bereits erwähnte National Databank zum Beispiel wäre ohne die Führung und Partnerschaft der Branche nicht zustande gekommen. Sie wurde von Virgin Media O2, der Good Things Foundation und Nominet in Zusammenarbeit mit Vodafone UK und Three (die kürzlich zu Vodafone Three fusioniert haben) initiiert. Hier haben sich also Wettbewerber der Branche zusammengeschlossen, um gemeinsam das Richtige zu tun. Das Local Delivery Network zeigt außerdem, wie wichtig sektorübergreifendes Handeln zur Bekämpfung digitaler Ausgrenzung ist. Zu den lokalen Databanks gehören Gemeindeeinrichtungen und Bibliotheken, aber auch einige kommerzielle Stellen (etwa O2-Shops oder Virgin Money-Filialen), Teams des öffentlichen Sektors (darunter mehr als 40 NHS Digital Midwives in England) sowie mehrere strategische Partner vor Ort – insbesondere lokale und kombinierte Behörden.
Ich habe auch bereits das Pilotprojekt im sozialen Wohnungsbau in Greater Manchester erwähnt – ein weiteres Beispiel für ortsbezogene Führung. Bürgermeister Andy Burnham nutzte hier seine „sanfte Macht“, um fünf konkurrierende Internetanbieter und fünf lokale Wohnungsbaugesellschaften zusammenzubringen, mit dem Ziel, bessere Lösungen zur Bekämpfung digitaler Ausgrenzung für Bewohner*innen von Sozialwohnungen in der Region zu entwickeln
Auch einige Banken spielen eine Vorreiterrolle bei der Förderung digitaler Inklusion – insbesondere Virgin Money und die Lloyds Banking Group. Der Lloyds UK Consumer Digital Index bleibt eine der wichtigsten Quellen für nationale Daten zur digitalen Eingliederung. Gemeinsam mit Lloyds und anderen setzen wir uns dafür ein, die Datengrundlagen zur digitalen Inklusion weiter zu verbessern und bessere Indikatoren zu nutzen.
Natürlich sollten die Internetanbieter – und insbesondere die großen Technologieunternehmen – noch mehr tun. Ebenso die Regierung. Wir werden nicht aufhören, die Politik aufzufordern, ehrgeizige Veränderungen anzugehen und innovative Finanzierungsmodelle einzusetzen, um die digitale Inklusion voranzubringen. Aber Verantwortung liegt nicht allein bei Internetanbietern, Technologieunternehmen oder der Regierung. Digitale Eingliederung betrifft alle Sektoren, in denen Dienstleistungen, Interaktionen oder Unterstützungsangebote zunehmend online stattfinden. Und es ist schwer, sich heute noch einen Bereich vorzustellen, auf den das nicht zutrifft! Dazu gehören selbstverständlich auch Anbieter von Sozialwohnungen, private Vermieter, Kommunen, die Notunterkünfte bereitstellen, Obdachlosenheime, Zufluchtsorte, Einrichtungen für betreutes Wohnen und Pflegeheime.
Digitale Integration geht uns alle an. Das ist eine der Kernbotschaften, die wir im Zusammenhang mit dem Minimum Digital Living Standard immer wieder betonen. Jede Organisation kann den MDLS als Maßstab nutzen – für die eigene Digitalstrategie, für Angebote und Dienstleistungen, für Kooperationen – und sich fragen: Welche Haushalte liegen möglicherweise unterhalb dieses Standards? Und was können wir tun, um sie zu unterstützen?
Um mit einer hoffnungsvollen Anmerkung zu enden: Was ist Ihre Vision für eine digital integrative Gesellschaft – insbesondere eine, die diejenigen nicht zurücklässt, die mit Wohn- und finanzieller Unsicherheit konfrontiert sind?
BASIS: Bevölkerung ab 14 Jahren (n = 7.237)
Ich bin ein Mensch, der das Glas halb voll sieht – enthusiastisch und optimistisch, wenn es um Veränderung geht. Auch wenn es mir im Moment schwerer fällt, diese Haltung aufrechtzuerhalten. Ich habe das Gefühl, dass unsere Welt gefährlicher und verletzlicher geworden ist und dass die Zukunft unsicher erscheint. Die rasante Verbreitung von KI wird Vorteile bringen – aber die entscheidende Frage ist: Für wen und wie werden diese verteilt? Gleichzeitig wird sie auch Nachteile mit sich bringen.
Der Grund, warum ich mich nach wie vor so leidenschaftlich für digitale Inklusion engagiere, liegt daher nicht im „Digitalen“, sondern in der „Inklusion“. Wenn wir nicht sicherstellen, dass jeder Mensch die Geräte, die Konnektivität, das Wissen, die Fähigkeiten und die Unterstützung erhält, die er braucht, um sicher und selbstbewusst an der digitalen Gesellschaft teilzuhaben, dann sagen wir indirekt: Es ist in Ordnung, Menschen zurückzulassen. Es ist in Ordnung, dass einige keinen Zugang zu Diensten haben. Es ist in Ordnung, dass nicht alle die gleichen Chancen bekommen.
Digitale Integration ist kein Allheilmittel. Aber ohne sie wird sich die Lage von Menschen, die mit Wohnungsunsicherheit und finanziellen Schwierigkeiten leben, weiter verschlechtern. Mit ihr besteht hingegen die Chance, faire Bedingungen für alle zu schaffen. Meine Vision ist eine Welt, in der jeder von den Vorteilen der Digitalisierung profitiert, in der jeder sicher und vertrauensvoll mit ihr umgehen kann – und in der die Verantwortung dafür klar bei Technologieplattformen, Regierungen, Regulierungsbehörden und Dienstleistern liegt, nicht bei denjenigen, die ohnehin schon mit Schwierigkeiten kämpfen.
Meine Vision ist daher letztlich nicht nur eine „digital integrative“ Gesellschaft. Was ich mir wünsche, ist eine integrative Gesellschaft – Punkt.
Digital Inclusion and Housing: A Matter of Dignity and Necessity
Housing isn't often the first factor people consider when thinking about digital exclusion. How would you explain the connection between where someone lives and their ability to access or use digital technologies? Why is housing an important piece of the digital inclusion puzzle?
Digital inclusion means being able to participate in a digital society – being able to engage with opportunities safely and with confidence. At the most basic level, this is about adequate, accessible and affordable internet access – a suitable device and sufficient, reliable connectivity. This is shaped by where you live, and the circumstances in which you live – including who you live with, how stable your life is, and how much money you have to live on.
So location, housing type, housing circumstances, and household composition – all of these can impact on how easy and affordable it is for you to connect to the internet in a way that meets today’s needs and expectations. But the connection between housing and digital exclusion goes beyond this too. Being digitally excluded can amplify housing inequalities. In the UK today, more essential public and commercial services are digital first. You can’t find information or get the support you need without going online. Getting support with housing relies more and more on being digitally connected and confident.
That’s why ‘Housing’ is the second element in Kat Dixon’s brilliant ‘Periodic Table of Internet Elements’ which illustrates how essential digital inclusion is across all aspects of our lives, and even more so for people who are in difficult circumstances. Kat’s ‘Housing’ list includes: social housing application; housing association contact; house hunting; mortgage management; maintenance request; manage bills; council tax. More could be added!
Your work references the concept of the “Minimum Digital Living Standard.” Could you briefly explain this concept?
Absolutely! The ‘Minimum Digital Living Standard’, or MDLS, is a way of answering the question ‘What do people need to feel digitally included and take part in the world around them?’ It is a great concept for thinking about digital inclusion because:
- It has been developed by and with members of the public (bottom up not top down).
- It takes a household view (not an individual view) – looking at the needs of different types of households (working-age, pension-age, with or without children at home).
- It is holistic – covering not just internet access and devices, but also the knowledge and skills that households need to take part in a digital society at a basic level, but a level which reflects living with dignity and social participation.
The MDLS definition, developed with and by members of the public, is: “A minimum digital living standard includes accessible internet, adequate equipment, and the skills and knowledge people need. It is about being able to communicate, connect, and engage with opportunities safely and with confidence.”
Through a series of deliberative focus groups, over several stages, members of the public work through what a household would need to reach this definition - thinking about goods and services, and also skills and knowledge – including ‘critical thinking’ skills which are so important to digital safety, citizenship, and wellbeing.
It won’t surprise you that a number of issues around housing location, type, and circumstances come up as barriers to meeting the MDLS. Connectivity (speeds, reliability, coverage, disruption) is a key issue for people living in some rural and remote areas, often incurring ‘workarounds’ and extra kits and costs to try and get the level and reliability of internet access needed. Challenges around speed, quality, and disruption also came up In urban areas, shaped by housing type, landlords, and service providers.
What are some of the everyday challenges faced by people who are digitally excluded – especially when unstable housing or affordability issues are part of the picture? In what ways do housing insecurity or overcrowding affect a person’s ability to go online regularly or develop essential digital skills?
In the MDLS 2024 research on households with children, one parent described her experiences of seeking asylum and of living in temporary accommodation. Without home broadband, the family relied on a mobile data package of 20GB per month which did not cover all their internet needs, so they regularly had to go to a local library to use the internet. This reminds us about another link between housing and digital inclusion – the importance of privacy and space needs for going online, as well as reliable, affordable internet.
Research evidence is growing about the challenges experienced by individuals and families living in certain types of accommodation, especially temporary accommodation. In temporary accommodation, home fixed broadband is often not provided. Additionally, residents may not be allowed to install it, and/or the cost of doing so can be prohibitive. Not having a fixed or permanent address is a barrier to getting an affordable contract – and a barrier to accessing low-cost solutions called ‘social tariffs’ – even where individuals are fully eligible to apply for these tariffs (eligibility is linked to receipt of government welfare benefits).
Where individuals and families have to rely solely on mobile phone data because they cannot access fixed line broadband in their home – this carries higher cost implications, and may also impact on reliability and quality depending on the internet services available in the area.
I’ve already touched on how important digital access and skills are for people these days to manage their housing (whether that’s paying rent, or registering as homeless, or monitoring your place on an online waiting list for social housing). But what we also know is that digital exclusion has much wider implications on people’s lives and opportunities. Social isolation, disadvantage, restricted opportunities for learning, earning, accessing health care and other support … All these risks are now higher where households are not digitally connected and digitally confident.
Think about the implications if you can only access the internet in a public space, or a communal area in shared or overcrowded housing. This about the privacy, safety and security required by people potentially experiencing crisis, fleeing violence, or living with a stigmatised health condition. Think about the missed opportunities for adults and children where internet access is intermittent; and how this impacts on abilities to keep in touch (including in emergencies) and to keep up-to-date. With the rapid expansion of AI and digital technologies across our lives – now woven into services (public and commercial) and all aspects of cultural, social, economic, community, and democratic life – it is easy to feel overwhelmed at the pace of change, lose confidence, lose skills, and become left behind.
Digital exclusion often overlaps with broader forms of social inequality. In your view, how do issues like poverty, education gaps, or age compound the effects of digital exclusion linked to housing? Are there specific groups who are more vulnerable than others?
I am so glad you’ve asked this question! We talk a lot about intersectionality when it comes to digital exclusion. Evidence from research, from people with lived experience, from community organisations and service providers who support different groups facing different challenges – all of this points to the complex interplay between digital exclusion and wider inequalities. This includes – and is wider than – housing.
We know that poverty – living on a low income – is the strongest predictor of digital exclusion when you look across all age groups. We’ve seen the numbers of people impacted by ‘data poverty’ and ‘device poverty’ grow over the last few years, as the cost of living has gone up. When we did the MDLS survey of households with children in 2024, this found a strong link between factors associated with child poverty and being below the MDLS benchmark – such as living in a lone parent household or an area of higher deprivation. Disability and long-term health conditions often intersect with housing insecurities, financial hardship, and digital exclusion.
Last year, we jointly commissioned some important research with another non-profit organisation which tackles deep poverty. Together, we wanted to learn if and how digital exclusion drives people deeper into poverty, or traps people in deep poverty. What does the data tell us? The findings highlight the major risks faced by people who are digitally excluded - risks which can result in losing out on financial support at times of need and crisis, potentially tipping people deeper into poverty, and trapping them in poverty. Too many of today’s ladders out of deep poverty are also now digital first.
I can’t imagine anyone reading this and being surprised. What really frustrates me is that there still isn’t enough recognition and resource directed to addressing digital inclusion – whether that is in the housing sector, or the health care sector, or in schools, colleges, and workplaces. Digital barriers compound and amplify other inequalities. Our work on mitigating the risks of digital exclusion in health really speaks to this. The challenge we face is that – because digital exclusion is a cross-cutting problem – too many organisations leave it to others to address and don’t do enough to recognise their own role and responsibility. Too often, the task of identifying and responding to digital barriers lands at the door of friends, family, and small community and voluntary sector organisations … those most likely to come into contact with people who are digitally excluded.
Given the complexity of this issue, what kinds of policy measures would you recommend to reduce digital exclusion that stems from housing-related barriers?
Some good news: From a policy perspective, we’ve seen a significant shift in the UK landscape. For years we’ve been advocating for the UK government to make digital inclusion a government priority. That has now happened. In February, the UK government published its ‘Digital Inclusion Action Plan: First Steps’. Perhaps the single most important ‘win’ was that it was signed by five Secretaries of State, including Deputy Prime Minister Angela Rayner MP, whose brief includes housing and communities. This is a great policy signal, but we’re not making any assumptions about what this means in practice. That’s why our new policy asks are applying pressure to ‘bake in’ digital inclusion. Our five policy asks (abridged) are:
- Lead with vision: Set a bold vision for a digitally included UK in the age of AI, with 'Digital Inclusion Impact Assessments' across all departments.
- Make public services work for everyone: Pilot a new approach to inclusive public services that bakes-in digital inclusion and support for using online public services.
- End the postcode lottery: Mitigate the risks of a postcode lottery in community provision of support.
- Seize big moments for big impact: Lead cross-sector action to embed digital inclusion into major system changes, like Internet Protocol Television rollout.
- Innovative digital inclusion funding: Drive systemic change with innovative financing.
I want to see digital inclusion ‘baked in’ to housing policy and housing support interventions by central, devolved, and local government. Especially when it comes to policies and support that impact on people most likely to be digitally excluded:
- We need clearer responsibilities to meet digital needs as part of local authority duties to provide temporary or crisis accommodation for people in urgent housing need.
- We need clearer responsibilities to meet digital needs as part of Home Office funded provision for people seeking refuge and going through the asylum system in the UK.
- We need clearer responsibilities to meet digital needs for people who are fleeing domestic violence, or rough sleeping, or experiencing homelessness, or are leaving care - people for whom a smartphone, data, and digital skills can be a lifeline. Literally, a lifeline.
We also need policies in place that make it easier for service providers to play their part. I was really struck by the findings from a pioneering social housing pilot – a collaboration between Greater Manchester Combined Authority, five social housing providers, five internet service providers, and the University of Liverpool. The pilot aimed to create a sustainable model for digital inclusion in social housing, working with the market to understand the optimal conditions for this to happen. It revealed how difficult this can be, even when you have all the right partners on board. One tangible outcome was the development of a standardised bulk wayleave and specification agreement to reduce the administrative burden and costs for the market and for social housing providers.
Change is hard. I was disappointed recently when an amendment to the Renters Rights Bill wasn’t successful. The amendment would have given tenants in the private rented sector the right to request Fibre to the Premises – connectivity fit for today. Although rejected it has at least put the issue on the table for future legislation, and shows there is some support for using legislation to require landlords to meet digital access needs – a recommendation we make in our latest report on tackling data poverty.
Are there any initiatives or case studies – perhaps from the Good Things Foundation’s work – that you feel have successfully addressed this issue? What factors made them effective?
So this is my favourite question because we’re moving into the territory of what we can do to change this. And the good news is there is a lot we can do, and a lot that we are doing, that is making a tangible difference in people’s lives. Some of it is still small-scale, or may be challenging to deliver or sustain, but the seeds of change are definitely there.
The non-profit organisation I work for, Good Things Foundation, provides free resources to community and voluntary sector organisations and other local service providers – making it easier for them to reduce digital barriers for the people they serve and support. This includes organisations which support people in difficult housing situations – including people seeking asylum in dispersed accommodation; people seeking refuge fleeing domestic abuse; people living in temporary accommodation while they wait – for weeks, and often months – for a suitable place in social housing.
The resources provided cover devices, data, and skills – all are vital for digital inclusion. There is a learning resource called Learn My Way that covers the most basic skills needed for doing tasks online and being safe. This has been designed to be provided in libraries and other community settings, and recently updated to include basic AI awareness and media literacy. There is the National Device Bank, which receives donations of ‘retired’ devices from organisations, refurbishes quality devices, and distributes them to people who can’t afford a suitable device. And there is the National Databank – which has been recognised nationally and internationally for its innovative offer of urgent, ‘no strings’, free mobile data for up to 12 months for adults in data poverty. An industry-charity collaboration, by June 2025, over 3,600 local databanks had distributed over 266,000 mobile data packages.
In the last year, one of the exciting developments has been a collaboration between innovators designed to improve digital inclusion for people in temporary accommodation. Jangala is a non-profit organisation working globally to tackle digital access barriers. In the UK, Jangala has led and evaluated a pilot with Virgin Media O2, Coventry City Council’s digital inclusion programme #CovConnects, and Good Things Foundation. The pilot tested a new way of offering internet access to people living in temporary accommodation. With local charities, NHS services and housing associations, the pilot supported over 400 people to get online through Jangala Get Box kit and free mobile data from the National Databank. The limited amount of mobile data was highlighted as a key challenge – as one SIM is used in a Get Box which might support between 1 and 20 people (usually not all at once). Where unlimited mobile data SIMs were provided, the social benefits were found to be greater.
Another exciting development is a new campaign which is getting off the ground in London where there are deep and longstanding challenges around temporary accommodation. This is being supported by Trust for London through its Better Temporary Accommodation initiative. The ‘Five Basics Campaign’ recognises that connectivity is one of the basics which everyone child and adult living in temporary accommodation should receive. The campaign will underline the message that every temporary accommodation placement should let families cook, connect, wash, store belongings, as well as get the information they need. For me, this is a great example of a collaborative campaign which is directly based on the lived experience of people in temporary accommodation, and which sees digital inclusion as part and parcel of what families in difficult housing circumstances need – baked in, not bolted on.
In earlier research, we’ve described something called the “Innovativeness–Needs Paradox” – where those who could benefit most from digital innovations are often the least able to access them. How can we ensure that technology is designed and delivered in a way that supports people in challenging living situations?
This won’t happen until and unless people in challenging living situations are involved in designing and evaluating support. Whether support is delivered online or in person, the same principle applies. We’ve applied this recently in a stocktake of innovation and solutions designed to tackle data poverty. Together with our partner Nominet, we set up the ‘Data Poverty Lab’ in 2022. In the first year, we worked with a grassroots networks of people with lived experience of poverty called the APLE Collective. Together, we developed a framework for what makes a good solution to tackling data poverty - when someone cannot afford connectivity (whether that is mobile data or broadband or both). It really focuses on what matters to people. You can see how easy it is to create solutions which end up not being used, not being useful, not being impactful because they fall down on one or more of these. It is called the CHESS framework.
- Cheap – Is it genuinely affordable – not just at the start but over time?
- Handy – Is it easy to find out about? Is it easy to apply for and access?
- Enough – Does it allow me to meet my essential online needs? Is it fast enough? Is there enough data?
- Safe – Does it ensure my privacy is protected, and I’m not at greater risk of online harms?
- Suitable – Is it suitable for my circumstances, flexible if these change? Will I feel stigma or loss of pride?
In our recent Data Poverty Lab report, we used the CHESS framework to assess four groups of innovative solutions to tackle data poverty including discounted social tariffs (which are voluntarily provided by some internet service providers and mobile network operators), and the National Databank and Jangala. This has helped us think about how these innovations need to be improved if they are to be more sustainable, more widely used, and deliver more benefit to people experiencing data poverty.
We also used Bill Sharpe’s Three Horizons Thinking framework. I really recommend this framework! Three Horizons thinking starts with defining the present – business as usual; then defining the future; and finally, exploring the potential for disruptive innovation to shape the future. So we used this to assess existing solutions to data poverty; look for incremental changes that can increase the positive impact of these solutions; and then look even further forward – for more radical changes that can get us closer to ending data poverty – and the society, and internet, we want.
What role should internet providers and tech companies play in bridging the digital divide for those facing housing-related exclusion? How can they become more inclusive in their approaches?
So, this might surprise you, but internet providers in the UK are already backing and involved in some of the positive innovations we’ve seen. For example, the National Databank (which I mentioned earlier) would not have happened without industry leadership and partnership. It was catalysed by VirginMediaO2, Good Things Foundation and Nominet, in collaboration with VodafoneUK and Three (they’ve recently merged to become VodafoneThree). These are industry competitors coming together to do the right thing. The local delivery network also speaks to the need for cross-sector action on tackling digital exclusion. Local databanks include community hubs and libraries, some commercial outlets (O2 stores, Virgin Money stores), some public sector teams (e.g. over 40 NHS Digital Midwives in England), and several strategic place-based partners - local and combined authorities in particular.
I also mentioned the Greater Manchester social housing pilot – another example of place-based leadership (Mayor Andy Burnham) using his soft power to bring together five competing internet service providers and five local social housing providers to work out better ways of addressing digital exclusion among social housing residents in the region. Some of the banks have also been strong leaders in supporting digital inclusion – especially Virgin Money and Lloyds Banking Group. The Lloyds UK Consumer Digital Index continues to be a vital source of national data on digital inclusion – and we’re working with them and others to champion better data on digital inclusion, using better indicators.
For sure, internet providers – and tech companies especially – should do more. So should the government. We won’t stop calling on the government to be ambitious for change and to innovate in financing to drive digital inclusion. But this isn’t just for internet providers, tech companies, or government. Digital inclusion is relevant to any sector where services, interactions, and support are moving online. It is really hard to think of a sector which sits outside this nowadays! And, of course, that includes social housing providers, private landlords, local authorities providing temporary accommodation, homelessness hostels, refuges, supported housing providers and care homes.
Digital inclusion is everyone’s business. This is one of the things we say loud and clear when we talk about theMinimum Digital Living Standard. Any organisation can use MDLS to guide digital inclusion policies, provision, and partnership working; and consider which households may be below MDLS, and what they can do to support them.
To end on a hopeful note: What is your vision for a digitally inclusive society – especially one that doesn’t leave behind those facing housing and financial insecurity?
I’m a ‘glass half full’ person – enthusiastic and optimistic for change – although I am finding it harder to hold onto this at the moment. I feel our world is getting more dangerous, damaging, and the future feels so uncertain. The rapid expansion of AI will bring benefits – but for whom, and how will these be shared – and it will bring harms too.
So the reason I remain so passionate about digital inclusion is not because of ‘digital’, it is because of ‘inclusion’. If we don’t ensure that everyone has the kit, connectivity, knowledge, skills, and support they need to take part, safely and confidently, in a digital society - then we are saying it is fine to leave people behind. It is fine that some people don’t get services. It is fine that some people don’t get the same opportunities.
Digital inclusion is no silver bullet. But without digital inclusion, people facing housing and financial insecurity will find their situations getting worse, not better. And with digital inclusion, there is an opportunity to level the playing field. I want to see a world where everyone benefits from digital; where everyone can engage safely and with confidence; where the responsibility for ensuring this rests firmly on the shoulders of tech platforms, governments, regulators, service providers – and not on people who are already struggling.
So, my vision isn’t so much for a ‘digitally inclusive’ society – what I want to see is an inclusive society. Full stop!