Digital Future Challenge #6
Nach fünf erfolgreichen Editionen startete die Digital Future Challenge (DFC) im Jahr 2025/26 in die sechste Runde #DFC6. Studierende verschiedener Hochschulen und Universitäten aus ganz Deutschland konnten im Wintersemester an dem Hochschulprojekt teilnehmen und eigene Ideen und Lösungsansätze zum Thema Digital Responsibility (DR) entwickeln. Dafür lieferten Organisationen und Unternehmen aus verschiedenen Branchen konkrete Fallbeispiele aus der Praxis, die die Studierenden bearbeiten konnten. Eine hochkarätige Jury prämiert am Ende die besten Ansätze. Sie setzte sich aus Expert*innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen.
Dieses Jahr fokussiert sich die Challenge unter dem Motto „Zukunft digital gestalten“ auf zwei spannende Schwerpunktbereiche:
Robotik entwickelt sich durch KI und Vernetzung weiter, hin zu flexiblen, nachhaltigen Prozessen. Studierende beschäftigten sich mit Sicherheit, Ethik und Akzeptanz – von Robotern in der Wasserentsorgung bis zu Fragen der Interaktion: Welche Sprache brauchen Mensch und Roboter? Welche Rolle spielen Akzeptanz oder Freundschaft, wenn Roboter im Bildungsbereich eingesetzt werden?
KI-Agenten kommunizieren selbstständig, treffen Entscheidungen und agieren autonom – im Wettbewerb geht es um Transparenz, Verantwortung und gesellschaftlichen Nutzen. Fragestellungen waren u. a.: Wie können digitale Assistenten Senior*innen mehr Teilhabe ermöglichen? Wie lässt sich generationenspezifisches Wissensmanagement umsetzen? Wie können KI-Systeme dem Fachkräftemangel in Behörden begegnen?
Die #DFC6 ist ein gemeinsames Projekt der Initiative D21 und der Deloitte-Stiftung und wird von der Giesecke+Devrient Stiftung sowie der Bertelsmann Stiftung unterstützt. Schirmherr ist Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger
Die Digitalisierung verändert, wie wir arbeiten, lernen und zusammenleben. Und ihr könnt sie mitgestalten: mutig, kreativ und verantwortungsvoll. Als Schirmherr der Digital Future Challenge kann ich nur sagen: Macht mit! Deutschland braucht eure Ideen.
Die Gewinner-Teams und ihre Ideen
- Platz 1: Team „Ankommen“ (Karlsruher Institut für Technologie und Universität Regensburg): „Ankommen“ ist ein KI-Agenten-System, das Antragsteller*innen bei der Beantragung von Aufenthaltserlaubnissen digital, mehrsprachig und interaktiv unterstützt. Als intelligente Alternative zur Behördennummer 115 vereinfacht der KI-Assistent Anträge, Terminvereinbarungen, Datennachreichungen und Kommunikation mit Behörden per Chat sowie Sprach-Ein- und -Ausgabe.
- Platz 2: Team „Sprout“ (Karlsruher Institut für Technologie): Sprout ist ein automatisierter Roboterhund, der Landwirt*innen bei der nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Flächen unterstützt, indem er (unwegsames) Gelände befährt sowie Daten und Bodenproben sammelt. Auf Basis der Analysen liefert Sprout präzise Entscheidungsgrundlagen für Dünge- und Pestizideinsatz, reduziert den Bedarf an Chemikalien und schweren Maschinen und liegt bereits als funktionsfähiger Prototyp vor.
- Platz 3: Team „Rolls RoICE“ (Technische Universität München): Die Lösung ist ein Mini-Roboter für einen automatisierten ICE-Boxenstopp, der Wasser- und Abwassersysteme selbstständig entlang des Zuges anschließt und so gefährliche, zeitintensive Handarbeit im Werk reduziert. Der Roboter unterstützt Ingenieur*innen gezielt, schafft Raum für sicherheitsrelevante Prüfungen und wird durch begleitende Qualifizierungsangebote in den Arbeitsalltag integriert – mit dem Ziel, perspektivisch jeden ICE auszustatten.
- Team „Lioness & the three Lions“ (Technische Universität München): LEO ist ein in die ING-App integrierter Finanzbildungs-Agent, der junge Menschen etwa mithilfe eines gamifizierten Börsensimulators, personalisierter Lerninhalte und eines Chatbots spielerisch an nachhaltiges Investieren heranführt. Ab 18 unterstützt LEO zusätzlich mit individuellen Budget- und Investmentempfehlungen auf Basis des eigenen Risikoprofils.
- Team „Old but Gold“ (Hochschule für Polizei und Verwaltung Münster): LeLa ist ein Lebenslagenassistent, der Verwaltungsleistungen proaktiv bündelt und Bürger*innen über ein zentrales Dashboard passgenau durch Ereignisse wie Geburt, Umzug oder Pflege begleitet. Nach einmaliger Anmeldung mit der BundID schlägt LeLa relevante Leistungen vor, greift nur auf freigegebene Registerdaten zu und ermöglicht sichere, vorausgefüllte Anträge – unterstützt durch mehrsprachige, barrierefreie KI-Agenten.
Die Jury
Use Cases von D21-Mitgliedern