Offliner:Innen

„Internet – Wozu?“

OfflinerInnen sind meist weiblich, bereits im Rentenalter und haben eine niedrige formale Bildung. Außer dem einfachen Handy besitzen sie so gut wie keine digitalen Geräte, wenige verfügen über ein Smartphone. Funktionen wie das Versenden von SMS stellen sie vor große Herausforderungen. Begriffe der Digitalisierung können sie nicht einordnen, das Internet spielt in ihrem Leben nach wie vor keine Rolle und weckt auch kein Interesse. Es wird als zu kompliziert empfunden, gegenüber Veränderungen aufgrund der Digitalisierung sind OfflinerInnen insgesamt negativ eingestellt. Auswirkungen der Digitalisierung auf verschiedene Lebensbereiche können sie oft nicht bewerten.

Minimal-Onliner:Innen

„Online sein heißt für mich Googlen“

Minimal-OnlinerInnen sind im Schnitt 60 Jahre alt, häufig RentnerInnen, wohnen eher in Kleinstädten oder Stadtrandregionen und sind formal niedrig bis mittel gebildet. Der Anteil an Frauen und Männern ist ausgeglichen. Mehr als die Hälfte besitzt ein Smartphone oder Tablet, sie nutzen das Internet nur selektiv, vor allem Suchmaschinen, ab und zu Messenger-Dienste. Sie sind oft von der Dynamik und Komplexität der Digitalisierung überfordert und stoßen bei der Nutzung von Anwendungen schnell an Grenzen. An einem Wissensausbau sind sie kaum interessiert. Entwicklungen in verschiedenen Lebensbereichen durch die Digitalisierung stehen die Minimal-OnlinerInnen von allen Gruppen am negativsten gegenüber.

Konservative Gelegenheitsnutzer:Innen

„Internet nur wo es mir nützt“

Konservative GelegenheitsnutzerInnen sind Mitte 50, eher weiblich und haben ein mittleres Bildungs- und Einkommensniveau, nur ein kleiner Teil geht einer Bürotätigkeit nach. Acht von zehn gehen per Smartphone online. Sie nutzen ihre Geräte über-wiegend privat, informieren sich im Internet und tauschen Fotos aus. Sie sind aktiv bei WhatsApp, andere soziale Netzwerke nutzen sie höchstens passiv und gehen sparsam mit ihren Daten um. Sie erwarten weniger Veränderungen einzelner Lebensbereiche durch die Digitalisierung als die Gesamtbevölkerung. Diese Veränderungen lassen sie auf sich zukommen und nehmen die wenigen Aspekte an, die aus ihrer Sicht Nutzen stiften.

Vorsichtige Pragmatiker:Innen

„Meinen digitalen Fußabdruck bestimme ich selbst“

Vorsichtige PragmatikerInnen sind Anfang 40, ArbeiterInnen oder Angestellte und leben oft in der Großstadt. Sie nutzen PCs, Laptops, Smartphones und insbesondere Wearables überdurchschnittlich, Tablets jedoch seltener. Ihre Kompetenzen liegen vor allem im Bereich der Basis-Anwendungen wie Recherchen, Computerspielen oder dem Austausch von Fotos. Im Internet wollen sie möglichst wenige Spuren hinterlassen, machen öfter Falschangaben und sind weniger aktiv in sozialen Netzwerken. Sie nutzen das Internet sehr dosiert und fühlen sich oft unsicher, was die Einordnung von Nachrichten oder Sicherheitseinstellungen angeht. Sie haben kaum Interesse, ihr digitales Wissen auszubauen und erwarten unterdurchschnittlich starke Veränderungen durch die Digitalisierung, außer im Bereich der Kommunikation.

Vorsichtige Pragmatiker:Innen

„Meinen digitalen Fußabdruck bestimme ich selbst“

Reflektierte Profis sind im Schnitt Mitte 40, verdienen gut und haben eine mittlere bis hohe Bildung. Sie nutzen technische Geräte überdurchschnittlich, besonders E-Book-Reader. Die meisten Dienste und Geräte nutzen sie überwiegend privat, buchen häufig Reisen und Hotels online. Sie sind offen gegenüber digitalen Neuerungen und haben überdurchschnittliche Kenntnisse und Kompetenzen. Sie erwarten in vielen Lebensbereichen größere Veränderungen und stehen diesen meist positiv gegenüber. So sind sie beispielsweise offen gegenüber Telemedizin, legen allerdings besonders großen Wert auf Datenschutz. Die Zukunftsfähigkeit des deutschen (Aus-)Bildungssystems betrachten sie als größte berufliche Herausforderung der Zukunft.

Progressive Anwender:Innen

„In der digitalen Welt bin ich zu Hause – auf seriöse Art“

Progressive AnwenderInnen sind die jüngste Gruppe, eher männlich, gut gebildet, berufstätig oder SchülerInnen / StudentInnen. Die Hälfte besitzt vier oder mehr Geräte, sie greifen eher zu Smart-Home-Anwendungen als zu Gadgets. Soziale Medien nutzen sie überdurchschnittlich, vor allem berufliche Netzwerke. Sie nutzen viele Online-Dienstleistungen wie Liefer- oder Carsharingdienste. Bei der Identifizierung im Netz setzen sie gerne auch auf anspruchsvollere technische Methoden. Internet und Digitalisierung allgemein sind für sie sehr wichtig und sie wollen ihr Wissen stetig ausbauen. Sie erwarten in vielen Lebensbereichen starke Veränderungen durch die Digitalisierung. Bei den Themen Work-Life-Balance, Fachkräftemangel und dem deutschen (Aus-)Bildungssystem sind in ihren Augen die Herausforderungen überdurchschnittlich groß.

Technik-Enthusiast:Innen

„Analog – was ist das?“

Technik-EnthusiastInnen sind jung, urban, mehrheitlich männlich und oft qualifizierte Schreibtisch-Angestellte mit hohem Einkommen. Im Schnitt nutzen sie vier bis fünf Geräte, darunter auch weniger verbreitete wie Wearables und VR-Headsets. Soziale Medien verwenden sie weit überdurchschnittlich, berufliche Netzwerke aber eher passiv. Sie regeln viele Lebensbereiche digital und nutzen zahlreiche Online-Dienstleistungen. Das Internet ist für sie essenzieller Alltagsbestandteil, berufliche Chancen sehen sie eng mit Digitalkompetenzen verknüpft. Sie sind im Durchschnitt etwa elf Stunden pro Tag online, etwa zur Hälfte privat. Über 50 Prozent möchten künftig öft er offline sein – mehr als jede andere Gruppe.

2020

D21-Digital-Index 2019 / 2020

Der D21-Digital-Index ist das jährliche Lagebild zur Digitalen Gesellschaft.