Der Tagesspiegel, 21. August 2018

Wie die Modernisierung der Verwaltung gelingen kann (Gastbeitrag Saskia Esken)

„(…)Die wenigen Angebote der digitalen Verwaltung in Deutschland sind nicht relevant, schlecht gemacht und werden kaum genutzt.(…)

Doch der E-Government-Monitor der Initiative D21 e.V. belehrt uns eines Besseren: Der Anteil der Deutschen, die im vergangenen Jahr wenigstens einmal ein E-Government-Angebot genutzt haben, ist von mageren 45 Prozent im Jahr 2012 auf alarmierende 41 Prozent abgestürzt. Unsere Nachbarn in Österreich kommen dagegen auf 74 Prozent.

Mit E-Government-Gesetzen und Regierungsprogrammen definiert die Politik im Bund immer wieder, was zu tun wäre: Die Einführung eines Bürgerkontos, das eine sichere, schnelle und nutzerfreundliche Kommunikation mit den Verwaltungen aller Ebenen ermöglicht, die Stärkung des elektronischen Personalausweises als ein universelles, sicheres und mobil einsetzbares Authentifizierungsmedium, die vollständige Einführung der eAkte für die medienbruchfreie Zusammenarbeit von Ämtern und Ressorts und der Ausbau sicherer, wirklich Ende-zu-Ende-verschlüsselter Kommunikation.(…)“

RedaktionsNetzwerk Deutschland, 19. Juli 2018

KI betrifft uns alle (Kommentar Lena-Sophie Müller, D21)

„(…) Für viele Menschen ist Künstliche Intelligenz abstrakt, schwer greifbar und ruft Skepsis hervor. Die Studie D21-Digital-Index zeigt, dass digitalaffine Menschen offener gegenüber Innovationen wie dem Sprachassistenten ‚Alexa‘ oder dem autonomen Fahren sind, als solche, die bislang wenig Kontakt mit neuen Technologien haben. Es gilt also, die Breite der Gesellschaft mitzunehmen.

Die KI-Debatte darf keine Fachdebatte bleiben. Sie muss anhand konkreter Praxisbeispiele greifbar werden. Künstliche Intelligenz betrifft uns alle und erfordert neue ethische Bewertungen, beispielsweise, wenn Assistenzroboter zukünftig ältere Menschen unterstützen. Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, aber auch Medien haben die Aufgabe, differenziert und chancenorientiert über Künstliche Intelligenz aufzuklären. (…)“

Behörden Spiegel, Juli 2018

Interview: Big-Data-Studie zu E-Government (Interview Patricia Scheiber, D21 & Jonathan Mall, Neuroflash)

„(…) Behörden Spiegel: ‚Wie nimmt die deutsche Bevölkerung E-Government unterbewusst war?‘

Scheiber: ‚Die Untersuchung zeigt die Verwendung des Begriffs E-Government in all seinen Ausprägungen auf. Wie verwenden Bürgerinnen und Bürger ihn und mit welchen anderen Wörtern bringen sie ihn in Verbindung? Am stärksten assoziieren die Menschen E-Government mit dem Begriff ‚Verwaltungsmodernisierung‘ (…). Die allgemeinen Assoziationen zum Thema stammen also eher aus der Fachcommunity und in den allgemeinen, ich nenne sie mal Alltagsgespräche im Netz, findet der Begriff kaum Anwendung. Gängige Begriffe wie z. B. ‚Behörde‘ oder ‚Amt‘ kommen hingegen nicht im Assoziationsraum vor. Das zeigt, dass klassische Behörden nicht mit dem Begriff E-Government assoziiert werden (…)“

(Ganzes Interview lesen)

eGovernment Computing, 13. Juli 2018

Big-Data-Studie der Initiative D21: eGovernment muss attraktiver werden

„Die Initiative D21 und das Marketing-Unternehmen Neuro Flash untersuchten in einer Studie, wie Bürger unterbewusst das Thema eGovernment wahrnehmen. Das Ungewöhnliche dabei: statt einer Befragung wurden Medieninhalte analysiert, um Rückschlüsse auf unterbewusste Assoziationen zu ziehen. Milliarden von Texten aus dem Jahr 2016, beispielsweise Nachrichtenseiten oder Inhalte aus sozialen Medien, flossen in die neuro-semantische Textanalyse der Initiative D21 zum Thema eGovernment ein. Die Assoziationen in dem Big-Data-Modell bilden das Verhalten und die unterbewussten Meinungen von Bürgerinnen und Bürgern ab. (…) Die Studie ergab unter anderem:

  • dass das Thema eGovernment bislang hauptsächlich in Fachdiskussionen und weniger in sozialen Netzwerken stattfindet.
  • dass Verwaltungsdienste nur selten digital abgewickelt werden.
  • dass sich das unterbewusst positive Bild, das die Bevölkerung vom Potenzial von eGovernment hat, nicht auf die klassische Verwaltung überträgt.
  • dass mit der digitalen Verwaltung vor allem Mobilität und Flexibilität, schnelle Bearbeitung und kurze Wartezeiten assoziiert werden. (…)“

t3n, 3/2018, Ausgabe 52

Thinktank der digitalen Transformation

„Es geht um die ganz großen Fragen: Wer wird künftig in der Lage sein, die Vorzüge neuer Technologien zu nutzen? Welche Kompetenzen sind dafür notwendig? Und wie kann digitale Bildung eine Spaltung der Gesellschaft verhindern? Um Antworten zu finden, bringt das Netzwerk D21 Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. (…)

Auch Präsident Schwaderer betont, das Netzwerk sei (…) branchenübergreifend und überparteilich organisiert. Ziel sei es, ausgeglichen über Chancen und Risiken der Digitalisierung zu diskutieren. Heraus kommen dabei mehrere Studien im Jahr – unter anderem der D21-Digital-Index zur Lage der digitalen Gesellschaft und der Egovernment-Monitor. (…)“

politik-digital.de, 25. Mai 2018

DATA AND POLITICS VOL. 2 – Digitalisierung als neue Gefahr für Demokratie?

„(…) Demokratie bedeutet in erster Linie Partizipation und Partizipation wiederum bedeutet Austausch. Die Digitalisierung bietet nach wie vor große Chancen, diesen Austausch auf vielfältige Art und Weise zu gestalten. Doch in Zeiten von Fake News, Chatbots und Cyberangriffen stehen nicht nur die Chancen, sondern auch die Risiken für die Demokratie dabei verstärkt im Fokus. Bringt die Digitalisierung also mehr oder weniger Demokratie mit sich? Wie sehen die Chancen und Risiken einer digitalisierten Demokratie konkret aus und was bedeutet das alles eigentlich für Wählerinnen und Wähler? Diskutiert wurden diese und weitere Fragen auf der ‚Data und Politics‘ Konferenz, die die Initiative D21 am 24.06.2018 in Berlin bereits zum zweiten Mal in Folge veranstaltete. (…)“

bundesdruckerei.de, 16. April 2018

Die analogen Eisschollen werden immer kleiner (Interview mit Lena-Sophie Müller, D21)

„(…) Unsere aktuellen Erhebungen ergaben, dass gerade einmal jede/r Sechste mobil und flexibel arbeitet – bei den Menschen mit Bürotätigkeiten sind es immerhin fast 30 Prozent. Viele derjenigen, deren Beruf grundsätzlich mobiles Arbeiten zulassen würde, erhalten von ihrem Arbeitgeber nicht die Möglichkeiten dazu. Dafür brauchen sie zunächst die notwendigen technischen Möglichkeiten, also mobile Arbeitsgeräte, aber auch sichere mobile Zugriffsmöglichkeiten auf Daten und Kommunikation – das ist für viele Arbeitgeber natürlich erst einmal eine Investition, die sich aber lohnen kann. (…)

Mindestens genauso wichtig ist ein Kulturwandel. Wenn ich als Arbeitgeber meine Mitarbeiter nicht mehr die ganze Zeit vor Ort habe, muss ich die Kommunikation und Organisation anders gestalten und vor allem dem Arbeitnehmer auch ein größeres Maß an Vertrauen entgegenbringen. Außerdem erlaubt das flexible Arbeiten natürlich auch, dass man nicht unbedingt am Stück von 9 bis 17 Uhr arbeiten muss, sondern die Arbeitszeiten den Lebensumständen anpassen kann – also beispielsweise die Kinder von der Kita abholt und sich dann abends noch einmal hinsetzt und arbeitet. Hier muss also der Wandel von einer Präsenz- hin zu einer Ergebniskultur erfolgen. Das kann für beide Seiten zunächst ungewohnt sein, sich aber durchaus lohnen. (…)“

Bild am Sonntag, 03. Februar 2018

Luxusgut schnelles Internet – Verdaddelt die GroKo unsere digitale Zukunft?

„(…) Die Infrastruktur ist längst nicht die einzige Digital-Baustelle. ‚Im Bereich der digitalen Gesellschaft liegt Deutschland international nur im Mittelfeld‘, sagt Lena-Sophie Müller (35), Geschäftsführerin der Digital-Initiative D21. Was sie meint: 19 Prozent der Menschen sind heute noch komplett offline. Und bei denen, die online sind, sind Wissen und Fähigkeiten noch sehr ungleich verteilt. ‚Das größte Problem ist, dass wir zu wenig Augenmerk auf die Digitalkompetenz der Bevölkerung legen. Das beginnt im Bildungsbereich der jüngsten und hört bei den Senioren auf‘, sagt Müller. Da immer mehr Dienstleistungen in die digitale Welt verlagert würden, sei Medienkompetenz inzwischen sogar eine Art Altersvorsorge. ‚Wenn ich dazu als älterer Mensch keinen Zugang habe, bin ich ökonomisch und gesellschaftlich benachteiligt.‘ (…)“

Süddeutsche Zeitung, 24. Januar 2018

Abgehängt vom Digitalen

„Jeder dritte Mensch in Deutschland fühlt sich nicht für die Digitalisierung der Gesellschaft gerüstet. Das ist ein Ergebnis einer Studie der Initiative D21, die am Dienstag in Berlin veröffentlich wurde. 32 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Dynamik und Komplexität der Digitalisierung überfordere. (…) Die Menschen in Deutschland seien insgesamt allerdings so digital wie nie zuvor unterwegs, die digitale Spaltung verringere sich jedoch nicht. Der Analyse zufolge nutzen erstmals über 80 Prozent der Menschen in Deutschland das Internet. Treibende Faktoren sind demnach Smartphones. (…)“

tagesschau.de, 23. Januar 2018

Digitalisierung – Jeder Dritte fühlt sich überfordert

„(…) Jeder Dritte in Deutschland ist nicht nur skeptisch, sondern fühlt sich überfordert mit der zunehmenden Digitalisierung. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung ist sogar komplett offline. Die Hauptgründe: Mangelndes Interesse am Medium Internet, Schwierigkeiten mit der Technik und Sicherheitsbedenken.

Ein Problem, das weitreichende Folgen haben kann. ‚Überall muss ich auf das Internet zugreifen können, um teilhaben zu können‘, sagt Müller. ‚Und da haben wir schon eine große Herausforderung, dass 16 Millionen Menschen auf einer Eisscholle sitzen, die zunehmend kleiner wird und man zunehmend vom Sozialleben, von politischer Teilhabe, von ökonomischer Teilhabe ausgeschlossen ist. Diese Menschen müssen wir mitnehmen.‘ Dies funktioniere nur über digitale Bildung, die in der Kita beginne und im Altenheim ende. (…)“

Handelsblatt, 03. Januar 2018

Vorbild Dänemark

„(…) Die Unzufriedenheit wächst. Nur 54 Prozent derjenigen, die digitale Verwaltungsdienstleistungen in Deutschland nutzen, sind auch damit zufrieden, in der gleichen Umfrage im Jahr 2016 waren es noch 62 Prozent. ‚Mit einer digitalisierten Welt, in der sich alles unkompliziert online erledigen lässt, hält die deutsche Verwaltung nicht Schritt, daher sinkt die Zufriedenheit der Befragten auch so auffallend‘, sagte Hannes Schwaderer, Präsident die Initiative D21 bei der Vorstellung der Umfrage. (…)“