Berlin, 10. August 2021. Endlich wieder zusammenkommen, diskutieren und lachen. Nach den pandemiebedingten Einschränkungen konnte sich das Netzwerk der Initiative D21 erstmalig wieder in größerer Runde vor Ort begegnen.

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Fotos: Marco Jentsch / schnittstelle-berlin

Politische Diskussion zum „Digital Skills Gap“

Anlässlich der Veröffentlichung der Sonderstudie „Digital Skills Gap“ diskutierten DigitalpolitikerInnen aus den Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP, SPD und Union über die Bedeutung digitaler Kompetenzen für die deutsche Gesellschaft. Zudem gaben sie Ausblicke auf die politischen Programme ihrer Parteien rund um digitale Bildung. Anschließend kamen die geladenen Gäste bei schönstem Sommerwetter zum regen Austausch zusammen.

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Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21 e.V.

Wie haben sich die Digitalkompetenzen der deutschen Bevölkerung während der Corona-Pandemie verändert? Welche politischen Schritte werden unternommen, um Digital Gaps zu schließen?

„Wir haben die Digitalisierung der Arbeitswelt in einer Geschwindigkeit erlebt, die wir uns nicht hätten vorstellen können“, fasste Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21, in seiner Begrüßung die letzten anderthalb Jahre zusammen. Man habe beobachten können, wie untrennbar digitale Technik mit unserem Alltag verbunden sei und welchen Zusammenhalt diese den Menschen bieten könne. Doch zugleich hätten nicht alle gleichermaßen daran Teil: „Ein reflektiertes, verantwortliches und kompetentes Bewegen im digitalen Raum ist für sehr viele Menschen in Deutschland immer noch eine sehr große Herausforderung!“

D21-Geschäftsführerin Lena-Sophie Müller stellte anschließend Details der Studie „Digital Skills Gap“ vor, die als Grundlage für die anschließende politische Diskussion dienten. Einige der Kernergebnisse:

  • Viele BürgerInnen nutzen digitale Anwendungen und Geräte souverän, aber nur wenige verstehen die dahinterliegenden Mechanismen.
  • Fast jede/r weiß, wie man sich im Internet informieren kann, aber eine kritische Einordnung fällt den meisten schwer.
  • Der eigenständige Erwerb digitaler Kompetenzen und der Transfer vorhandenen Wissens auf neue Anforderungen ist nur bei einer Minderheit vorhanden – vor allem die digital Abseitsstehenden haben hier großen Nachholbedarf.
  • Menschen, die in bestimmten Lebenssituationen besonders von digitalen Anwendungen profitieren würden, kennen diese seltener und sehen weniger Notwendigkeit, ihre digitalen Kompetenzen auszubauen.
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Von links: Anke Domscheit-Berg MdB (Die Linke), Thomas Heilmann MdB (CDU), Dr. Jens Zimmermann MdB (SPD), Dr. Anna Christmann MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Johannes Vogel MdB (FDP) und Andrea Thilo (Moderatorin)

Die politische Runde war sich parteiübergreifend einig, dass digitale Kompetenzen stärker und gezielter gefördert werden müssten.

  • „Wir brauchen eine digitale Trimm-Dich-Initiative, bei der wir Geld in die Hand nehmen, um Bewusstsein für die notwendigen digitalen Weiterbildungen zu schaffen“, forderte Dr. Jens Zimmermann MdB (SPD).
  • Anke Domscheit-Berg MdB (Die Linke) sagte „Digitale Kompetenzen haben nicht nur mit der Arbeit zu tun. Sie sind ein Stück Teilhabe am gesellschaftlichen Leben! Daher dürfen wir die Unterstützung der Kompetenzentwicklung nicht nur auf den beruflichen Bereich beschränken.“
  • Johannes Vogel MdB (FDP) regte an, das Momentum des Digitalisierungsschubs aufzugreifen: „Mehr Medienkompetenzen bei den Menschen zu schaffen, ist auf jeden Fall eine Aufgabe der Politik. Dabei müssen wir vor allem das halbvolle Glas nutzen, dass die Pandemie uns im Punkt Digitalkompetenzen hinterlassen hat.“

Apelle gingen aber auch an den politischen Betrieb, hier das digitale Know-how weiter zu verstärken und das Digitale stärker in den Vordergrund zu rücken:

  • Thomas Heilmann MdB (CDU): „Wir treffen uns ja in Diskussionsrunden immer als Digitalpolitiker. Damit sind wir aber auch in unseren eigenen Parteien ehrlich gesagt Ausnahmen. Wir müssen den Leuten zeigen, dass auch sie das können.“
  • „Der Staat muss Vorreiter im digitalen sein. Dass wir davon so weit entfernt sind, ist eine der größten Baustellen“, so Dr. Anna Christmann MdB (Bündnis 90/Die Grünen).

 Die Diskussion und Einführung in voller Länge:

Impressionen des Sommerempfangs

(alle Bilder auf unserem flickr-Kanal)

Nach der politischen Diskussion gab es viele Wiedersehen, angeregten Austausch und kühle Getränke an einem schönen Berliner Sommerabend.

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Fotos: Marco Jentsch / schnittstelle-berlin