Vom Antragsstaat zum Aktivstaat – Proaktivität als Antwort auf die Vertrauenskrise
Sitzung der AG Innovativer Staat (2/2026)
Das Vertrauen in den Staat steht unter Druck. Lange Bearbeitungszeiten, unübersichtliche Antragsprozesse und das Gefühl, sich als Nutzer*in durch ein System kämpfen zu müssen, das einem nicht entgegenkommt – diese Erfahrungen zermürben das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Verwaltung. Ein Teil der Antwort liegt in einer Verwaltung, die nicht wartet, bis Nutzer*innen anklopfen – sondern mitdenkt, vorausschaut und Leistungen proaktiv dorthin bringt, wo sie gebraucht werden.
Das Konzept der proaktiven, lebenslagenorientierten Verwaltung rückt genau das in den Mittelpunkt: Statt Bürger*innen in der Holschuld zu lassen, bringt der Staat seine Leistungen aktiv zu den Menschen. In der nächsten Veranstaltung der AG Innovativer Staat richten wir daher den Fokus auf diese Fragen:
- Welche Voraussetzungen braucht es technisch, rechtlich und organisatorisch, damit der Staat seinen Bürger*innen aktiv begegnet?
- Wie interagiert eine (pro-)aktive Verwaltung mit Bürger*innen und deren Lebenslagen?
- Wie verändern proaktive Ansätze die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen in der Praxis?