Die Digitalisierung hat eine Dimension erreicht, die neue Formen der Datifizierung (Datenerhebung, -auswertung, -interpretation), der Automatisierung (z. B. über Algorithmen), der Virtualisierung und Vernetzung und der Mensch-Maschine-Interaktion zulassen. Technisch betrachtet bietet die Digitalisierung nie dagewesene Handlungsoptionen, welche bisher allerdings gesellschaftlich noch nicht bewertet wurden. Ihr Einsatz findet heute bereits statt, hinsichtlich ihrer ethischen Einordnung ist somit Dringlichkeit geboten. Ein breiter gesellschaftlicher Diskussions- und Meinungsbildungsprozess ist unseres Erachtens essentiell, um den Menschen und Entscheidungsträgern in unserem Land (Wirtschaft und Politik) eine differenzierte Bewertung der Perspektiven, Chancen und Risiken solch fundamentaler Veränderungen durch Digitalisierung zu ermöglichen. Diesen Prozess begleitet die Arbeitsgruppe Digitale Ethik – als Netzwerkknoten, Raum für Denkimpulse und gemeinsame Aktivitäten. Mehr unter: https://initiatived21.de/arbeitsgruppen/ag-ethik/

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an ethik@initiatived21.de

Bei der Sitzung am 26. September setzten wir uns mit der

Digitalisierung im Gesundheitsbereich

auseinander und diskutierten dabei aufkommende ethischen Problemstellungen.

Betritt man heute ein herkömmliches Krankenhaus oder eine Arztpraxis, so scheint der Gesundheitsbereich bisher nicht stark von der Digitalisierung erfasst zu sein – ja, wirkt teils rückständig. Dies beginnt– zumindest hinter den Kulissen – sich zu verändern, denn die intelligente Verknüpfung von Daten verspricht sowohl bessere Diagnosen als auch Erleichterungen für ÄrztInnen und PatientInnen. Besonders die Auswertung von Patientendaten mithilfe von Künstlicher Intelligenz wird großes Potential zugeschrieben und neue Geschäftsmodelle für Unternehmen eröffnen. Über aktuelle Entwicklungen in der digitalen Medizintechnik, Herausforderungen beim Datenschutz und die Qualität von Ergebnissen sowie Handlungsempfehlungen durch Algorithmen und KI diskutierten wir zusammen mit verschiedenen ExpertInnen.

AGENDA

  • 10:00 – 10:30 Uhr | Begrüßung, Kennenlernen, Updates zu #AGEthik
  • 10:30 – 11:30 Uhr | Datenpolitik – Datenrecht – Datenethik – Erste Gedanken aus der Datenethikkommission. | Prof. Dirk Heckmann, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sicherheitsrecht und Internetrecht Uni Passau, Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes und der Datenethikkommission der Bundesregierung
  • 11:30 – 12:20 Uhr | Data Power to the Patient – Warum der Patient erst Kunde werden muss um Mensch sein zu dürfen | Prof. Dr. Stefan Heinemann, FOM Hochschule, Universitätsmedizin Essen
  • 12:20 – 12:30 Uhr | Kurzimpuls zu korrespondierenden Aktivitäten im Bundesministerium für Gesundheit | Niklas Kramer, Referat Grundsatzfragen Telematik und e-Health
  • 12:30 – 13:30 Uhr | Mittagsessen und Netzwerken
  • 13:30 – 14:30 Uhr | Digitalethik und Medizin – vom Retortenbaby zum Designerbaby? Welche ethischen Fragen wirft das auf? | Dr. Robert Ranisch, Leiter der Forschungsstelle „Ethik der Genom-Editierung“, Geschäftsführer des Klinisches Ethik-Komitee am Universitätsklinikum Tübingen

Anmeldung

Die Teilnahme ist Mitgliedern und Förderern der Initiative D21 sowie Mitgliedern der AG Ethik vorbehalten.

Die Anmeldung ist bereits geschlossen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an ethik@initiatived21.de