Die Digitalisierung hat eine Dimension erreicht, die neue Formen der Datifizierung (Datenerhebung, -auswertung, -interpretation), der Automatisierung (z. B. über Algorithmen), der Virtualisierung und Vernetzung sowie der Mensch-Maschine-Interaktion zulassen. Technisch betrachtet bietet die Digitalisierung nie dagewesene Handlungsoptionen, welche bisher allerdings gesellschaftlich noch nicht bewertet wurden. Ihr Einsatz findet heute bereits statt, hinsichtlich ihrer ethischen Einordnung ist somit Dringlichkeit geboten.

Diskutiert wird dies aktuell vor allem im Bereich des autonomen Fahrens. Doch sollte der Diskurs nicht auf diesen Bereich beschränkt bleiben, sondern sich z. B. auf den Gesundheits- und Pflegesektor, den Finanzmarkt, auch die Landwirtschaft und unseren gesamten Alltag ausbreiten. Ein breiter gesellschaftlicher Diskussions- und Meinungsbildungsprozess ist unseres Erachtens essentiell, um den Menschen und Entscheidungsträgern in unserem Land (Wirtschaft und Politik) eine differenzierte Bewertung der Perspektiven, Chancen und Risiken solch fundamentaler Veränderungen der Digitalisierung zu ermöglichen. Diesen Prozess begleitet die Arbeitsgruppe Digitale Ethik – als Netzwerkknoten, Raum für Denkimpulse und gemeinsame Aktivitäten.

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Arbeitswelt heute und morgen

In der nächsten Sitzung am 27. Juni beschäftigen wir uns mit der Arbeitswelt heute und in der Zukunft. Wie wird unser Arbeitsalltag im Jahr 2040 aussehen? Welche Technologien werden unsere Arbeit beeinflussen? Wie wird das Verhältnis zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen aussehen? Zukunftsforscherin Dr. Florina Speth von 2b AHEAD wird ein Szenario zu ethischen Konflikten in der Arbeitswelt der Zukunft aus einer Langzeitstudie vorstellen. In einem interaktiven Workshop diskutieren wir anschließend diese ethischen Konflikte und modellieren mögliche Entscheidungen zu diesen. Spannungsverhältnisse zwischen ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen ausgelöst durch die Digitalisierung zeigen sich schon heute. Einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und ein Meinungsbild aus Gewerkschaftssicht wird Karl-Heinz Brandl von ver.di geben.

Agenda

  • 10:00 – 10:30 Uhr | Begrüßung, Kennenlernen, Updates zu #AGethik
  • 10:30 – 11:00 Uhr | Blick ins 22. Jahrhundert. Die Langzeitstudie „Die Zukunft deiner Kinder“ | Dr. Florina Speth, Projektleiterin und Senior Researcherin, 2b AHEAD
  • 11:00 – 12:30 Uhr | Workshop: Arbeitswelt der Zukunft | Dr. Florina Speth, Projektleiterin und Senior Researcherin, 2b AHEAD
  • 12:30 – 13:30 Uhr | Mittagspause
  • 13:30 – 14:30 Uhr | Gute Arbeit durch KI? – Potenziale und Risiken für die Arbeitsgestaltung | Karl-Heinz Brandl, Bereichsleiter Innovation und Gute Arbeit sowie Bundessekretär mti, ver.di

Anmeldung

Die Teilnahme ist Mitgliedern und Förderern der Initiative D21 sowie Mitgliedern der AG Ethik vorbehalten. Bei Fragen können Sie sich an ethik@initiatived21.de wenden.