Die Digitalisierung hat eine Dimension erreicht, die neue Formen der Datifizierung (Datenerhebung, -auswertung, -interpretation), der Automatisierung (z. B. über Algorithmen), der Virtualisierung und Vernetzung sowie der Mensch-Maschine-Interaktion zulassen. Technisch betrachtet bietet die Digitalisierung nie dagewesene Handlungsoptionen, welche bisher allerdings gesellschaftlich noch nicht bewertet wurden. Ihr Einsatz findet heute bereits statt, hinsichtlich ihrer ethischen Einordnung ist somit Dringlichkeit geboten.

Diskutiert wird dies aktuell vor allem im Bereich des autonomen Fahrens. Doch sollte der Diskurs nicht auf diesen Bereich beschränkt bleiben, sondern sich z. B. auf den Gesundheits- und Pflegesektor, den Finanzmarkt, auch die Landwirtschaft und unseren gesamten Alltag ausbreiten. Ein breiter gesellschaftlicher Diskussions- und Meinungsbildungsprozess ist unseres Erachtens essentiell, um den Menschen und Entscheidungsträgern in unserem Land (Wirtschaft und Politik) eine differenzierte Bewertung der Perspektiven, Chancen und Risiken solch fundamentaler Veränderungen der Digitalisierung zu ermöglichen. Diesen Prozess begleitet die Arbeitsgruppe Digitale Ethik – als Netzwerkknoten, Raum für Denkimpulse und gemeinsame Aktivitäten.

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Digitalethik und Nachhaltigkeit

Die Digitalisierung beeinflusst mittlerweile so gut wie alle unserer Lebensbereiche. Dieser steigende Einfluss durch digitale Technologien hinterlässt in unserer Umwelt immer größere Spuren. Die Fragen, wie die Digitalisierung nachhaltig gestaltet werden kann und wie die Digitalisierung dabei unterstützen kann, Ressourcen nachhaltiger einzusetzen, gewinnen in Gesellschaft und Politik immer mehr an Relevanz. Denn die Digitalisierung hat einerseits das Potenzial, Umweltprobleme besser und schneller zu lösen. Andererseits kann Digitalisierung bereits bestehende Umweltprobleme verstärken. Wie sind Digitalisierung und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen? Wie sieht eine nachhaltige Digitalisierung aus?

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hielt in seinem Bericht „Unsere gemeinsame digitale Zukunft“ fest, dass sich technische Innovationsschübe nicht automatisch in Nachhaltigkeitstransformationen übersetzen, sondern sie müssen eng mit Nachhaltigkeitsleitbildern und -politiken gekoppelt werden. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN (Sustainable Development Goals, SDG) geben bei ihrem Nachhaltigkeitsleitbild ökonomische, soziale sowie ökologische Aspekte vor, die es in den Einklang zu bringen gilt. Dabei ergeben sich zahlreiche ethische Zielkonflikte zwischen teils gegensätzlichen Akteuren und Werten, die wir in der AG Ethik identifizieren und diskutieren wollen.

Agenda

  • 09:45 – 10:00 Uhr | Einwahl
  • 10:00 – 10:15 Uhr | Begrüßung & Aktuelles | Nicolai Andersen, Initiative D21 / Deloitte & Lena-Sophie Müller, Initiative D21
  • 10:15 – 10:30 Uhr | Umweltpolitische Digitalagenda – Eckpunkte und nächste Schritte | Dirk Meyer, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • 10:30 – 10:45 Uhr | Nachfragen & Diskussion
  • 10:45 – 11:00 Uhr | Digitalisierung in der Landwirtschaft | Martin Vesper, Pfeifer & Langen
  • 11:00 – 11:45 Uhr | Nachfragen & Diskussion
  • 11:45 – 12:15 Uhr | Wahl der AG-Leitung